Nach RWE-Ausstieg

Bulgarien hält an Plänen für Atomkraftwerk Belene fest

Trotz des Ausstiegs des deutschen Energieriesen RWE hält Bulgarien an seinen Plänen für das Atomkraftwerk Belene fest und sucht nun nach neuen Investoren. Es werde eine internationale Ausschreibung geben, kündigte Wirtschafts- und Energieminister Traitscho Traikow am Freitag an.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Sofia (afp/red) - Unter anderem werde über eine mögliche Beteiligung französischer, italienischer und russischer Unternehmen beraten, sagte Traikow einer bulgarischen Zeitung. Wenn sich Investoren fänden, werde auch gebaut, sagte der Minister. Zugleich betonte er, das Projekt sei nicht "entscheidend" für den Energiemix des Landes.

RWE hatte einst 49 Prozent am Belene-Projekt gehalten, sich am Mittwoch aber aus dem Gemeinschaftsprojekt mit dem staatlichen bulgarischen Energieversorger NEK zurückgezogen. Als Gründe nannte RWE die Wirtschaftskrise, die mangelnde finanzielle Ausstattung und die noch nicht erfolgte abschließende Einigung mit der russischen Gesellschaft Atomstrojexport. Diese sollte die 2000-Megawatt-Anlage errichten.

Die seit Ende Juli amtierende neue bulgarische Regierung prüft das Belene-Projekt derzeit. Sie geht davon aus, dass der Bau deutlich teurer werden könne als bislang veranschlagt. Statt auf vier könnten sich die Kosten demnach auf bis zu zehn Milliarden Euro belaufen.

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