Kritik

Bütikofer: Merkel ist "Cheerleader der Atomlobby"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stößt mit ihrem Eintreten für längere Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke ("ein vernünftiger Weg") auf scharfe Kritik der Grünen. Von der "Klimakanzlerin" sei nicht mehr viel zu sehen, hieß es.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stößt mit ihrem Eintreten für längere Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke auf scharfe Kritik der Grünen. "Merkel nimmt den Mund sehr voll in der Atompolitik", sagte Grünen-Chef Reinhard Bütikofer am Freitag der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Sie gebe "jeden Anschein nüchterner Analyse auf, wenn sie sich die verlogene Propaganda der Energiekonzerne" zu eigen mache. "Die Klimakanzlerin ist passé. Jetzt erleben wir sie als Cheerleader der Atomlobby", fügte Bütikofer hinzu.

Merkel hatte zuvor auf einer CDU-Kreisvorsitzendenkonferenz in Berlin eine Verlängerung der Laufzeiten als "vernünftigen Weg" bezeichnet.

Es gebe kein anderes Land auf der Welt, das "aus den sichersten Kernkraftwerken aussteigt, um sich gleichzeitig die Energiebasis zu entziehen", sagte sie. Die CDU werde weiter auf einen "Energiemix" setzen. Dazu gehörten mehr regenerative Energien und mehr Energieeinsparung, doch werde man auch weiterhin Kohlekraftwerke in Deutschland benötigen. Wer gleichzeitig aus der Atom- und der Kohlenergie aussteigen wolle, der handele "schlicht und ergreifend verantwortungslos".

Das könnte Sie auch interessieren
  • Politik

    Bund und Länder einigen sich auf neuen Finanzpakt

    Der neue Finanzpakt steht: Nach zähen Verhandlungen konnten sich die Länder in den Kernpunkten durchsetzen. Ohne Kompromisse ging es aber nicht: Bei den Ausgleichzahlungen etwa wird es eine deutliche Begrenzung in der Dynamisierung geben.

  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Strom sparen

    Daimler und RWE starten Elektroauto-Projekt in Berlin

    Der Autokonzern Daimler und der größte deutsche Stromerzeuger RWE haben am Freitag in Berlin in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Elektroautoprojekt gestartet. Deutliche Kritik kam von Greenpeace.

  • Hochspannungsmasten

    RWE: Grundsteinlegung für Steinkohlekraftwerk in Hamm (Upd.)

    Kanzlerin Merkel und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (beide CDU) haben heute den Grundstein für ein neues Steinkohlekraftwerk in Hamm legen. Merkel betonte dabei die erneut die Notwendigkeit neuer Kohlekraftwerke für Deutschland. Bei den Grünen dagegen stößt der Kraftwerksbau auf scharfe Kritik.

  • Stromnetz Ausbau

    Kaukasuskrise: Pofalla für längere AKW-Laufzeiten

    Angesichts der Kaukasuskrise fordert CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla eine längere Nutzung deutscher Atomkraftwerke. "Für eine Laufzeitverlängerung sprechen nicht nur der Klimaschutz und günstigere Preise, sondern auch die Unabhängigkeit unserer Energieversorgung von Russland", sagte Pofalla der "Rheinischen Post".

Top