Nach Giftfunden

Bürgerinitiativen warnen vor Flutung des Atommülllagers Asse

Nach den Gift-Funden im Atommülllager Asse haben Bürgerinitiativen ihre Warnung vor einer möglichen Flutung des Bergwerks bekräftigt. Das vom früheren Betreiber Helmholtz Zentrum favorisierte Flutungskonzept zur Schließung des Lagers sei nun "noch unhaltbarer" geworden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Wolfenbüttel (ddp/red) - Das Helmholtz Zentrum hatte beantragt, die gesamte Schachtanlage mit einer salzhaltigen Lösung zu fluten. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das die Asse seit Jahresbeginn betreibt, prüft derzeit verschiedene Varianten für eine Schließung und hat dabei auch eine Flutung nicht ausgeschlossen. In den vergangenen Tagen war bekanntgeworden, dass in dem Bergwerk auch Pflanzenschutzmittel, Arsen, Quecksilber sowie Tierkadaver entsorgt wurden.

BfS prüft Alternativen zur Flutung

Ein Sprecher des BfS sagte, die Behörde ziehe eine Flutung jedoch allein für den dringenden Fall einer Gefahrenabwehr in Betracht, etwa wenn es zu einem unkontrollierbaren Wassereintritt komme. "Sie ist jedoch nur die Ultima Ratio, wenn es keine andere Möglichkeit geben sollte", betonte er. Vorrangig würden andere Alternativen geprüft wie die Rückholung der Abfälle oder Teilen davon, die Verfüllung mit Beton oder eine Umlagerung der Abfälle.

Aufklärung über Asse-Inventar gefordert

Der Asse-II-Koordinationskreis unterstütze auch die Forderung nach einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss im niedersächsischen Landtag, sagte ein Sprecher. Bei der Aufklärung über das Inventar der Asse sei das Wissen der ehemaligen Führungsriege vonnöten.

Für einen Untersuchungsausschuss haben sich auch Grüne und Linken in Niedersachsen sowie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) ausgesprochen. Die SPD in Niedersachsen sowie CDU und FDP sind bislang gegen die Einsetzung eines solchen Gremiums.

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