Kohlekraftwerk

Bürgerinitiative: Staudinger-Ausbau wird vor Gericht scheitern

Gegner der geplante Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg (Main-Kinzig-Kreis) rechnen mit dem Scheitern des Projektes des Versorgers E.ON vor Gericht. "Juristisch wird dieses Neubauvorhaben keinen Bestand haben", sagte der Sprecher der Bürgerinitiative "Stopp Staudinger", Winfried Schwab-Posselt, am Freitag.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Großkrotzenburg (ddp-hes/red) - Die Zuversicht speise sich aus den Protokollen der Erörterung im Genehmigungsverfahren. Nach Auffassung der Umweltschützer dürfte das Darmstädter Regierungspräsidium dem Bauvorhaben nicht zustimmen, da für dieses Projekt ferner kein Bebauungsplan existiere.

Es gebe aus "energiewirtschaftlicher Sicht" für den neuen Kraftwerksblock keinen Bedarf, fügte Schwab-Posselt hinzu. "Mittlerweile leugnet selbst E.ON die wachsenden Stromüberkapazitäten nicht mehr und überprüft die Wirtschaftlichkeit seiner Erweiterungspläne."

Quecksilber-Belastung verbietet Kraftwerkerweiterung

Am Donnerstag hatten Umweltschützer zudem darauf verwiesen, dass die Erweiterung nicht mit EU-Recht vereinbar sei. Ursache dafür seien Quecksilberemissionen, die für den Main eine Zusatzbelastung darstellen würden. "E.ON führt nicht nur die Öffentlichkeit hinters Licht, sondern lügt sich auch selbst in die Tasche, wenn das Unternehmen weiter die erheblichen Zusatzbelastungen des Mains mit Quecksilber leugnet oder kleinrechnet", sagte am Donnerstag der Geschäftsführer des BUND Hessen, Michael Rothkegel. Die Erörterung zu der Erweiterung des Kohlekraftwerks hatte vor zehn Tagen begonnen.

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