"Flexible Kraftwerke nötig"

Bürgerinitiative fordert festes Konzept für Kohlekraftwerk

Die Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa) fordert ein grundlegendes Umdenken in der Kraftwerkspolitik. "Die Grundkraft wird künftig von erneuerbaren Energien geliefert werden, deshalb brauchen wir flexible Kraftwerke", sagte der erste Vorsitzende der KoMa, Christof van den Bruck, in einem ddp-Interview.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Künftig müssten Kraftwerke dann produzieren, wenn Energie benötigt werde, etwa weil in den Windkraftparks Flaute herrsche, sagte van den Bruck. Das aber gehe nicht mit Kohlekraftwerken, sondern nur mit Gas. "Ein Kohlekraftwerk gehört nicht mehr in einen künftigen modernen Kraftwerkspark, ein Gaskraftwerk wird künftig viel wirtschaftlicher arbeiten", sagte van den Bruck.

Er sagte, es sei kein Zufall, dass bundesweit gleichzeitig rund 20 Kohlekraftwerke geplant würden, die alle bis etwa 2012 ans Netz gehen sollten. Die Bedingungen für Kohlekraftwerke würden sich in den kommenden Jahren deutlich verschlechtern, deshalb brauche es jetzt ein grundlegendes Umdenken.

Van den Bruck plädierte deshalb dafür, auch beim geplanten Mainzer Kohlekraftwerk Allianzen einzugehen. Das russische Gasunternehmen Gazprom habe schon im Mai in einem Brief an die KoMa seinen Willen zu einer solchen Allianz erklärt. §Man muss ja keine Mehrheit hergeben§, sagte van den Bruck. Schon jetzt halte aber der Energieriese E.ON über seine Tochter Thüga 24,9 Prozent Anteile an den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW). Mit dem Kohlekraftwerk könnten die KMW aber "Schiffbruch erleiden". Dann drohe ein Verkauf "für einen Appel und ein Ei". "Dann wäre die Selbstständigkeit ganz schnell weg", fügte er hinzu.

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