Beteiligung ab 250 Euro

Bürger-Solarkraftwerk soll in Leipzig ans Netz gehen

In Leipzig geht die erste Solar-Bürgerbeteiligungsgesellschaft an den Start. Noch in diesem Jahr soll eine Anlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt ans Netz gehen, sagte der zweite Geschäftsführer der Solarallianz Leipzig, Alexander John. Ab 250 Euro könnten Interessenten Anteile kaufen, die Rendite werde bei rund fünf Prozent liegen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Installiert werden soll die 450 Quadratmeter große und rund 120.000 Euro teure Anlage auf dem Dach eines Plattenbaus der Leipziger Wohnungsgesellschaft LWB.

Unzufrieden zeigt sich der Verein SolarCity Leipzig bisher mit der Haltung der Stadtverwaltung zu solchen Projekten. Beim Thema Solarstrom sei die Stadtverwaltung eine "träge Masse". Und er erwarte nicht, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern werde. Deswegen sollen die Bürger in Leipzig jetzt selbst aktiv werden und die Sonne in Strom verwandeln, appeliert Genennig.

Noch bis Jahresende soll die erste Gemeinschafts-Solaranlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt in der Stadt ans Netz gehen. Dies ist für eine Halbmillionenstadt wie Leipzig nicht gerade viel. Dresden ist bei dem Thema Bürger-Kraftwerke um Längen voraus. Man liege aktuell bei 1600 Kilowatt, erst im Juni habe man die jüngste Anlage auf dem Dach einer Schule installiert, berichtet Klaus Gaber. Gaber war bis 2001 Umweltbürgermeister in Dresden und organisiert jetzt ehrenamtlich für die Lokale "Agenda 21" die bürgerliche Stromgewinnung aus Sonne in der Stadt.

2004 habe es einen ersten Anlauf gegeben, auf dem Dach eines Gymnasiums eine Gemeinschafts-Solaranlage zu errichten. Alle Vorbereitungen seien abgeschlossen gewesen, und dann habe die Stadtverwaltung plötzlich einen Rückzieher gemacht, sagt Genennig. Seitdem habe man keinen Versuch mehr unternommen, auf ein städtisches Dach eine Solaranlage zu bauen.

Anlage soll noch dieses Jahr ans Netz

Das soll jetzt anders werden, allerdings an der Stadtverwaltung vorbei. Die Dachfläche für das erste Leipziger Bürgerkraftwerk stellt die Wohnungsbaugesellschaft LWB zur Verfügung. Da ab dem 1. Januar die Solarstrom-Vergütung um rund drei Cent pro Kilowattstunde sinkt, soll die Anlage unbedingt vorher noch ans Netz gehen.

250 Euro kostet das Bürger-Engagement für sauberen Strom in Leipzig. Um die Kosten der Anlage zusammenzubekommen, müssen bis 14. Dezember 480 Anteilsscheine verkauft werden. Und das sei durchaus zu schaffen, zeigt sich Genennig optimistisch. Die Universität Leipzig habe es mit dem Programm unisolar vorgemacht: Innerhalb von sechs Wochen wurden dort 170.000 Euro eingesammelt, hauptsächlich von Studenten. Seit Mai 2007 läuft die erste Anlage.

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