Quartalsbericht

Buchgewinne und hohe Strompreise lassen Gewinne bei E.ON sprudeln

Die positive Ergebnisentwicklung des E.ON-Konzerns hat sich auch im dritten Quartal 2005 fortgesetzt. In den ersten neun Monaten stieg das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf 5,5 Millionen Euro. Beim Konzernüberschuss legte der Versorger um 61 Prozent zu.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Durch Buchgewinne und hohe Strompreise hat der Energiekonzern E.ON in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich mehr verdient als im Vorjahr und die Erwartungen übertroffen. Von Januar bis September erhöhte sich der Überschuss gegenüber dem Vorjahr um 61 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, wie E.ON heute in Düsseldorf mitteilte.

Hier wirkten sich Buchgewinne von knapp 3,0 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Immobilientochter Viterra sowie der in der Mess- und Regeltechnik sowie im Industrieofenbau tätigen Ruhrgas Industries. Analysten hatten mit 6,3 Milliarden Euro allerdings weniger erwartet.

Das Betriebsergebnis legte in den ersten neun Monaten den Angaben zufolge um sieben Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu und entsprach damit in etwa den Erwartungen von Marktbeobachtern. Entscheidend für die Entwicklung seien unter anderem die gestiegenen Großhandelspreise für Strom in Westeuropa gewesen. Gleichzeitig bekräftigte E.ON die Gewinnprognose für das laufende Jahr, wonach ein höheres Betriebsergebnis erzielt werden soll. Der Überschuss werde auf Grund der Verkäufe von Viterra und Ruhrgas Industries erheblich über dem Vorjahresniveau liegen.

Der Umsatz erhöhte sich von Januar bis September um 18 Prozent auf knapp 40 Milliarden Euro. Hier hatten Analysten im Durchschnitt rund 39 Milliarden Euro erwartet. "Die positive Ergebnisentwicklung der letzten Quartale ist ein Beleg dafür, dass unsere Konzentration auf das reine Strom- und Gasgeschäft richtig ist", sagte der Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat.

Gleichzeitig bezeichnete E.ON größere Übernahmen als möglich. Man komme mit kleineren und mittleren Investitionen gut voran. "Wir schließen aber größere Schritte nach wie vor nicht aus", unterstrich er.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Reiner Priggen, kritisierte unterdessen die Energieversorger. Die Rekordgewinne von E.ON überstiegen "inzwischen jedes erträgliche Maß", erklärte er. Während sich die Chefs der großen Mineralölkonzerne in den USA vor der Regierung verantworten müssten, könnten die Konzerne in Nordrhein-Westfalen "ihren Raubzug in die Geldbörsen der Verbraucher" ungehindert von der Landesregierung fortsetzen.

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