Jahresbilanz

BSH: Entscheidungen über drei Offshore-Projekte stehen an

Das BSH wird im ersten Halbjahr 2005 über drei weitere Offshore-Windparkprojekte in Nord- und Ostsee entscheiden. Fortgeführt würden auch die laufenden Verfahren zur Festlegung besonderer Eignungsgebiete für Offshore-Windparks. Für die Eignungsgebiete westlich von Sylt und nord-östlich von Rügen gibt es Anhörungen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrogaphie (BSH) konnte kürzlich eine insgesamt positive Bilanz für 2004 ziehen. Die Leistungen für Schifffahrt, Umwelt und maritime Wirtschaft seien erfolgreich weitergeführt und ausgebaut worden, erklärte BSH-Präsident Prof. Dr. Peter Ehlers. So seien zum Jahreswechsel erstmals alle deutschen Seegebiete komplett mit amtlichen digitalen Seekartendaten abgedeckt.

Aus der Vielzahl der aktuell anstehenden Arbeitsschwerpunkte des BSH hob Ehlers insbesondere die Volldigitalisierung der Seekartenherstellung, die Seevermessung und Wracksuche und die Neuregelungen im Umgang mit dem Ballastwasser von Schiffen. Zudem wird das BSH im ersten Halbjahr über drei weitere Offshore-Windparkprojekte in Nord- und Ostsee entscheiden. Fortgeführt würden auch die laufenden Verfahren zur Festlegung besonderer Eignungsgebiete für Offshore-Windparks. So seien für die potentiellen Eignungsgebiete westlich von Sylt und nord-östlich von Rügen öffentliche Anhörungen geplant.

"Unser Ziel ist es, dass nicht die gesamte Nord- und Ostsee mit Windparks vollgestellt wird", betonte Ehlers. Für die Genehmigung von Offshore-Parks müsse berücksichtigt werden, dass die Nutzung der Seegebiete stark zunehme und eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen hinsichtlich Schifffahrt, Fischerei, Energiegewinnung, Umwelt- und Naturschutz sowie Tourismus abzuwägen sei.

Ein wichtiger Schritt soll Ehlers zufolge deshalb eine umfassende marine Raumplanung an den Küsten sein, wie man sie bereits an Land kenne. Voraussetzung sei allerdings die Erstellung einer umfassenden Datenbasis. Zwar existiere bereits eine Fülle von Informationen bei vielen Behörden und Institutionen. Diese seien jedoch nicht kompatibel, nicht miteinander vernetzt und somit kaum nutzbar. Deshalb will das BSH jetzt eine gemeinsame Geodaten-Infrastruktur in Form eines für alle zugänglichen Netzwerkes schaffen. So etwas sei im marinen Bereich auch international völlig neu. Erste Schritte soll ein großes internationales Seminar im Herbst in Rostock ermöglichen.

Insgesamt wurden Ehlers zufolge an das BSH bislang 33 Anträge auf Genehmigung von Offshore-Windparks gestellt. Sie betreffen in 27 Fällen Planungen für Parks in der Nordsee und sechs Projekte in der Ostsee. Laut Ehlers wurden bisher sieben Offshore-Windparks genehmigt, darunter fünf im vergangenen Jahr.

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