Absprache

Brunsbüttel: Nur mit Zustimmung der Atomaufsicht wieder ans Netz

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel wird erst wieder an Netz genommen, wenn die zuständige Aufsichtsbehörde dem zugestimmt hat. Davor müsse nach Angaben des Umweltministeriums der Verdacht ausgeräumt werden, dass der Betreiber Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit setze. Derzeit bestünden erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Auf gemeinsamen Druck der Landes- und Bundesaufsicht hat der Betreiber des Atomkraftwerkes Brunsbüttel, HEW, jetzt erklärt, das wegen eines Vorfalls vom Netz genommene AKW nicht ohne Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde wieder anzufahren. Damit ist eine einstweilige Anordnung auf Stillegung nicht mehr erforderlich.

Das Bundesumweltministerium begrüßte die Erklärung des Betreibers, weil damit sichergestellt sei, dass das Atomkraftwerk Brunsbüttel erst wieder in Betrieb geht, wenn alle aus Sicht der Atomaufsicht erforderlichen Maßnahmen durchgeführt sind. Dazu gehöre auch, dass alle Zweifel an der Zuverlässigkeit des Betreibers ausgeräumt seien, bevor der Reaktor wieder angefahren wird. Die Frage nach der Zuverlässigkeit des Betreibers stelle sich nach wie vor, weil HEW etwa zwei Monate nicht bereit gewesen war, die Anlage für eine Inspektion herunterzufahren. Das Umweltministerium fordert deshalb, dass der Verdacht, dass HEW Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit setze, ausgeräumt werden muss.

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