Präzise Form

Brüssel will mehr Details zu Lubmin

Die EU-Kommission hat den Antrag des Schweriner Umweltministeriums auf eine Stellungnahme zum Bau des umstrittenen Steinkohlekraftwerks in Lubmin als unzureichend zurückgewiesen. Damit ist steht die Umsetzung des 2,3 Milliarden Euro-Projekts von Dong Energy weiterhin in den Sternen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Schwerin (red) - Durch eine aktuelle Entscheidung der EU-Kommission ist der Bau des umstrittenen Steinkohlekraftwerks in Lubmin weiterhin ungewiss. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Brüsseler Behörde den Antrag des Landes auf Stellungnahme bereits Mitte Februar als mangelhaft zurückgewiesen. Der Antrag sei in überschaubarer und präziser Form einzureichen, sofern alle Prüfungen und Auswertungen der öffentlichen Erörterungen abgeschlossen seien, heißt es in dem Schreiben von EU-Umweltdirektor Ladislav Miko.

Das Umweltministerium in Schwerin zeigte sich wenig überrascht von dem Schreiben, wollte die EU dennoch so früh wie möglich an dem Verfahren beteiligen. Alle erforderlichen Daten würden nun zusammengestellt und nachgereicht. Für die Umweltverbände steht hingegen mit dem Brief aus Brüssel das 2,3 Milliarden Euro-Projekt des dänischen Energiekonzerns Dong Energy unmittelbar vor dem Aus. Sie sehen sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass der Bau in sogenannte prioritäre, das heißt seltene und besonders schützenswerte Lebensräume und Arten eingreift.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsmasten

    Energiegipfel soll Strategie der kommenden Jahre klären

    Die Förderung von Ökoenergie, ein gemeinsamer Markt für Strom und Gas sowie die Sicherheit von Gasexporten aus dem Osten: Das Thema Energie beschäftigt die Europäische Union intensiv. Am Freitag startet in Brüssel eine Konferenz, die diverse strategische Fragen klären soll.

  • Stromtarife

    Berlin will keinen Umbau der Ökostrom-Förderung akzeptieren

    Die Bundesregierung will keine Änderungen am deutschen System zur Förderung erneuerbarer Energien. Hintergrund sind Pläne der EU-Kommission für eine "Harmonisierung" der Ökostrom-Förderung in Europa, die den Ausbau in Deutschland bremsen könnte. Berlin wolle jedoch keinen Umbau akzeptieren.

  • Strom sparen

    Dong zu Nachbesserungen für Kraftwerk Lubmin aufgefordert

    Zehn Wochen nach Abschluss des öffentlichen Anhörungsverfahrens zum Bau des umstrittenen Steinkohlekraftwerks in Lubmin hat die Genehmigungsbehörde den dänischen Investor Dong Energy zu Nachbesserungen aufgefordert. Unter anderem sollen konkrete Auswirkungen auf marine Lebensräume und Küstenabschnitte genannt werden.

  • Strompreise

    Genehmigung von Steinkohlekraftwerk in Lubmin weiter offen

    Die Genehmigung des Steinkohlekraftwerkes in Lubmin ist offenbar in die Ferne gerückt. "Nach der letzten Anhörung spricht sehr viel dafür, dass noch weitere Nachfragen an den Investor nötig sind", sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) der "Schweriner Volkszeitung".

  • Hochspannungsleitung

    NDR: Zeitplan für Steinkohlekraftwerk Lubmin gefährdet

    Das Genehmigungsverfahren für das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin könnte sich länger hinziehen als erwartet. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) habe die CDU-Landtagsfraktion darüber informiert, dass eine Wartezeit für das Projekt zwischen sechs Monaten und zwei Jahren denkbar sei, berichtete NDR 1 Radio MV am Mittwoch.

Top