Entflechtung

Brüderle hält an Zerschlagung der Energiekonzerne fest

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hält daran fest, große Konzerne zu entflechten. Vor allem bei großen Stromanbietern sorgt dies für Unruhe. Der Energieriese RWE will mit einer eigenen Studie beweisen, dass der Stromhandel auch ohne Zerschlagung der Konzerne funktioniert.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (ddp.djn/red) - Brüderle hat seine Pläne zur Zerschlagung marktbeherrschender Konzerne verteidigt. "Wenn ein Unternehmen eine wirtschaftlich bedenkliche, marktbeherrschende Stellung gewinnt, muss der Staat die Möglichkeit erhalten, dieses Unternehmen zu entflechten", sagte er der "Financial Times Deutschland".

Dabei gehe es insbesondere darum, dass kein Unternehmen seine Marktmacht missbrauchen dürfe. Das sei ein Kernelement der sozialen Marktwirtschaft. "Ich setze dabei auf den Abschreckungseffekt. Wer nach den Regeln spielt, muss das Gesetz nicht fürchten", sagte Brüderle weiter. Dabei will sich der Ressortchef nicht auf bestimmte Branchen oder Unternehmen festlegen. "Die Regelung wird für alle gleichermaßen gelten", sagte er.

Entflechtung könnte besonders Strombranche treffen

Laut dem Bericht sorgt ein entsprechender Gesetzentwurf vor allem in der Strombranche für Unruhe. Die vier Versorger E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW verfügten zusammen über etwa 80 Prozent der deutschen Kraftwerksleistung.

Weiter heißt es, dass am Mittwoch eine RWE-Studie vorgestellt werden soll, die die Position der Konzerne untermauert. In dem Papier kämen Experten zu dem Ergebnis, dass sich die Großhandelspreise für Strom in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern auf einem ähnlichen Niveau weitgehend parallel entwickeln. Dies lasse auf einen funktionierenden Markt auf Großhandelsniveau schließen.

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