Jahrestagung

Brennstoffzellentechnologie aus Nordrhein-Westfalen muss in Europa positioniert werden

In Köln trafen sich heute Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik um die Zukunft der Brennstoffzelle zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, dass diese Form der Energieerzeugung - wenn sie zur Marktreife gebracht wurde - die Energielandschaft revolutioneren könnte.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Auf der zweiten Jahrestagung des Kompetenz-Netzwerks Brennstoffzelle NRW diskutierten heute in Köln nahezu 200 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über Fortschritte in der Brennstoffzellentechnik.

Revolution der Energielandschaft

Karl Schultheis vom NRW-Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung betonte in seiner Rede die besondere Bedeutung internationaler Kooperationen: "Die Brennstoffzellentechnologie aus Nordrhein-Westfalen wird mittelfristig die Energielandschaft revolutionieren und muss deshalb in Europa an herausragender Stelle positioniert werden. Das Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle NRW ist durch seine zweijährige Arbeit in der Lage, die Interessen seiner Mitglieder und des Landes Nordrhein-Westfalen auch auf europäischer Ebene zielgerichtet und kompetent zu vertreten. In diesem Zusammenhang unterstützt NRW auch die Aktivitäten der Hydrogenics Europe GmbH, die aus der Fusion der Gelsenkirchener ENKAT GmbH mit der kanadischen Hydrogenics Corp. hervorgegangen ist.

Hohe ökomomische Bedeutung

NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold unterstrich die ökonomische Bedeutung der Brennstoffzellentechnik: "Wir wollen NRW zu einem führenden Standort für die Brennstoffzellentechnik in Europa ausbauen. Sie bietet gerade in der mittelständischen Industrie die Chance, nachhaltig Arbeitsplätze zu schaffen." Das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium hat bislang 28 Millionen Euro für 24 Brennstoffzellen-Projekte mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro aus Mitteln des REN-Programmes zur Verfügung gestellt. Das Wissenschaftsministerium unterstützt dabei die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in NRW durch Geräte- und Apparateinvestitionen für die Brennstoffzellenforschung.

Weg bis 2010

Professor Dr.-Ing. Detlef Stolten, Leiter des Netzwerks, wies in Köln den Weg ins Jahr 2010: "Die Brennstoffzelle hat das Potenzial, unsere Energiewelt nachhaltig zu verändern. Erste marktreife Produkte werden kurz- und mittelfristig erwartet. Eine Marktdurchdringung ist in Teilbereichen bereits in den nächsten Jahren denkbar. Kurzfristig werden die Zellen eine besondere Bedeutung für portable Elektrogeräte haben. Darüber hinaus sind der Einsatz in der Energieversorgung von Häusern und Siedlungen mit Wärme und Strom sowie der Einsatz in Flottenfahrzeugen für Firmen und in Bussen zu nennen."

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