Neue Arbeitsgemeinschaft

Brennstoffzellen-Wirtschaft in Ostdeutschland soll gepusht werden

Mitte Januar haben sich in Berlin rund 80 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik getroffen, um eine Arbeits- und Forschungsgemeinschaft zu gründen, die die Entwicklung von Brennstoffzellen insbesondere in den neuen Bundesländern fördern soll. Die Teilnehmer wollen damit ihre Chancen auf dem deutschen und europäischen Markt verbessern.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Das Potenzial zur Entwicklung von eigenen Brennstoffzellensystemen wird für die fünf östlichen Bundesländer von einigen Seiten als recht hoch eingeschätzt. Aus diesem Grund hatten die Fördergesellschaft Erneuerbare Energien e.V. (FEE) und die Berliner Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wirtschaft zu einer "Denkwerkstatt" eingeladen, um die Arbeits- und Forschungsgemeinschaft Brennstoffzellen (AFG Brennstoffzellen) vorzustellen.

Die in Gründung befindliche Arbeitsgemeinschaft will die Entwicklungspotenziale in den neuen Bundesländern beim Bau von Brennstoffzellensystemen besser ausschöpfen. Dafür soll zunächst ein Netzwerk zwischen den beteiligten Institutionen geflochten werden, um anschließend gemeinsame Projekte initiieren zu können. Federführend tätig war im Vorfeld die FEE e.V., die bereits interessierte Institutionen angesprochen hat und derzeit die Ziele sowie die Struktur der Zusammenarbeit erarbeitet.

Während der Veranstaltung berichteten die Referenten beispielsweise über Themen wie Gebäudeenergieversorgung auf PEM-Basis (Polymer Elektrolyt Membran), Fortschritte bei der Materialforschung für Katalysatoren und Elektroden, APU-Entwicklungen (auxiliary power unit) auf Brennstoffzellen-Basis, Forschungen an Direktmethanol-Brennstoffzellen und unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten.

Während der Diskussionsrunde wurde beschlossen, weitere potenzielle Kooperationspartner durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit anzusprechen. Außerdem müssten die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Einrichtungen und ihre Ergebnisse sowohl bei der Bevölkerung als auch bei Regierungsvertretern bekannter gemacht werden. Die anvisierte Gründung der AFG Brennstoffzellen wurde zunächst an den Beirat - bestehend aus den Koordinatoren der beteiligten Bundesländer - weitergeleitet. Zudem sei eine eigene Webseite für das Projekt in Arbeit.

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