Zukunftsfähig?

Brennstoffzelle versorgt Krefelder Wohngebiet mit Strom und Wärme

Mit einer elektrischen Nennleistung von 225 Kilowatt versorgt eine Brennstoffzelle im nordrhein-westfälischen Krefeld momentan ein Wohngebiet mit Strom und Wärme. Das Wirtschaftsministerium förderte das Pilotprojekt der Fernwärmeversorgung Niederrhein und der RWE Fuel Cells mit 900 000 Euro.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Krefeld (ddp-nrw/sm) - Mit einem europaweit einmaligen Versuch wird derzeit in Krefeld die Versorgung eines Wohngebietes mit Strom und Wärme durch eine Hochtemperatur-Brennstoffzellen-Anlage getestet. Seit fast zehn Monaten versorgt die Brennstoffzelle Ein- und Mehrfamilienhäuser, Kindergärten und Einzelhandelsgeschäfte im Krefelder Stadtteil Fischeln mit Heizenergie und Warmwasser, wie Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) mitteilte.

Die Krefelder Brennstoffzelle hat den Angaben zufolge eine Nennleistung von 225 Kilowatt (elektrisch) und 160 Kilowatt (thermisch). Die erzeugte Wärme reiche aus, um im Winter 40 Wohneinheiten zu heizen und mit Warmwasser zu beliefern. Im Sommer werde die Wärme zur Versorgung von 300 Wohneinheiten mit Warmwasser verwendet. Der gleichzeitig von der Brennstoffzelle produzierte Strom werde in das Netz der Stadtwerke Krefeld eingespeist. Das Wirtschaftsministerium hat dieses knapp 3,2 Millionen Euro teure Projekt der Fernwärmeversorgung Niederrhein und der RWE Fuel Cells mit 900 000 Euro unterstützt.

Mit diesem Versuch in Krefeld würden erstmals praktische Erfahrungen beim Einsatz einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle in einem Wohngebiet gesammelt, erläuterte Thoben. Damit sollten neue Märkte für den Einsatz von Brennstoffzellen erschlossen werden. NRW hat laut Thoben mittlerweile bei Forschung und Entwicklung, bei der Fertigung und der Anwendung von Brennstoffzellenkomponenten und -systemen international einen Spitzenplatz erreicht. Dazu zählen unter anderem der Einsatz von Brennstoffzellen in Laptops, Lastenfahrrädern oder Rollstühlen bis hin zur Hausenergieversorgung. Weiter ist der Einsatz der Zellen für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung von Infotafeln oder Mobilfunkmasten geplant.

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