Überdimensionale Coladose

Brennstoffzelle liefert Strom für Telekom-Vermittlungsstelle

Die Deutsche Telekom hat eine innovative Brennstoffzelle für die Stromversorgung in Betrieb genommen. Mit dem ersten Einsatz dieser zukunftsweisende Technologie für Telekommunikationszwecke hat das Unternehmen einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigen Energiekonzept getan.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Wie eine überdimensionale Cola-Dose sieht die Brennstoffzelle aus, die unter einer vier Meter hohen Glashülle vor dem Gebäude der Netzvermittlungsstelle der Telekom in der Münchener Marsstraße steht. Die Brennstoffzelle arbeitet geräuschlos, nur ein schwaches Summen der Ventilatoren verrät, dass hier Strom produziert wird, der für die technischen Anlagen der Telekom rund um die Uhr gebraucht wird.

Die Deutsche Telekom verbraucht jährlich in 30 000 Gebäuden 2,4 Terawattstunden Strom, das sind 0.5 Prozent des bundesweiten Energieverbrauchs. Weil ständig und unterbrechungsfrei Strom gebraucht wird, stehen an über 2500 Standorten zusätzlich Diesel-Notstrom-Aggregate als Netzersatzanlagen bereit. In Zukunft soll die Brennstoffzelle die Funktion der Dieselmotoren übernehmen. Anders als ein Dieselmotor, der vor jedem Einsatz erst vorgeheizt werden muss, läuft die Brennstoffzelle immer und speist kontinuierlich Energie in das Netz ein.

Mit dem umweltschonenden und dezentralen Projekt Brennstoffzelle hat die Telekom nach der Nutzung von Solarenergie einen weiteren wichtigen Baustein für ihre zukünftigen Energieversorgung gelegt. Brennstoffzellen gelten als Schlüsseltechnologien für eine nachhaltige Energieversorgung. Sie sind elektrochemische Energieumwandler, das bedeutet, dass sie Strom durch eine elektrochemische Reaktion direkt aus Erdgas bzw. Wasserstoff herstellen - ganz ohne Flamme, Dampf, Turbinen oder Generatoren. Der hohe Nutzungsgrad wird durch die Konzeption als Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage erreicht, denn die beim Betrieb entstehende Abluft kann entweder zum Heizen oder in Kälte umgewandelt zur Klimatisierung der Fernmeldetechnik eingesetzt werden. Mit ihrem hohen elektrischen Wirkungsgrad verbraucht die Brennstoffzelle erheblich weniger fossile Energieträger und stößt im Vergleich zu konventionellen Anlagen 30 Prozent weniger Kohlendioxid aus.

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