Den Zuschlag erhält...

Braunschweiger Versorgungs-AG an TXU verkauft / Avacon nur "zweiter Sieger"

Die Stadt Braunschweig hat die Braunschweiger Versorgungs-AG (BVAG) für 420,6 Millionen Euro an die Kieler Tochter des amerikanischen Energiekonzerns TXU verkauft. Gute Chancen im Bieterverfahren hatten auch Avacon und EnBW, die letztlich jedoch von der TXU überboten wurden. Avacon will nun seine Initiativen in Braunschweig überdenken.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Das Bieterverfahren um den Verkauf der Braunschweiger Versorgungs-AG (BVAG), so war am 1. Mai aus Braunschweig zu erfahren, ist entschieden. Es ist damit zu rechnen, dass die TXU Europe Energy Trading (Kiel), eine Tochter des US-amerikanischen Energiekonzerns TXU mit Sitz in Dallas (Texas), den Zuschlag erhält. Die Entscheidung der Stadt Braunschweig fiel zugunsten des bei weitem höchsten Angebots aus. TXU bot für 74,9 Prozent 420,6 Millionen Euro. Die Stadt Braunschweig behält zunächst eine Sperrminorität von 25,1 Prozent, wobei TXU die Gelegenheit hat, durch spätere Aufstockung des Kaufpreises auf 550 Millionen Euro das gesamte Unternehmen zu kaufen.

Die Helmstedter Avacon AG beteiligte sich bis zuletzt sehr engagiert an dem Bieterverfahren. In der Schlussrunde waren insgesamt nur noch drei Bieter im Rennen: TXU, EnBW und Avacon. TXU überbot schließlich die Avacon-Offerte, was den reinen Kaufpreis angeht, um etwa 100 Millionen Euro. "Wir bedauern natürlich sehr, unsere Zusammenarbeit mit Braunschweig nun nicht so fortsetzen und weiterentwickeln zu können, wie wir uns das gewünscht hätten", sagte Avacon-Vorstandschef Dr. Klaus Deparade in einer ersten Reaktion. Und weiter: "Die BVAG hätte gut zu uns gepasst – und wir zur BVAG. Das wussten auch die Entscheider in Braunschweig, die sicherlich gern mit uns weitergearbeitet hätten. Aber so ist das, wenn Wettbewerb funktioniert: Man kann einfach nicht immer nur gewinnen."

Die gesamte Transaktion muss noch durch die städtischen Gremien in Braunschweig genehmigt werden.

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