Atommüll

Braunschweig stoppt Pläne zu Verarbeitung von Asseabfällen

Der Braunschweiger Stadtrat hat sich gegen eine Verarbeitung von radioaktiven Abfällen aus dem Atommülllager Asse auf dem Braunschweiger Stadtgebiet ausgesprochen. Diesen Beschluss habe das Kommunalparlament einstimmig gefällt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Braunschweig (ddp/red) - Das sagte am Mittwoch ein Verwaltungssprecher und bestätigte damit einen Medienbericht.

Konkret votierte der Rat für eine Veränderungssperre für das Gewerbegebiet im Braunschweiger Ortsteil Thune. In seiner dortigen Filiale wollte das in Berlin ansässige Unternehmen Eckert & Ziegler den aus der Asse zu bergenden Atommüll für eine spätere Endlagerung vorbereiten. Vorstandschef Andreas Eckert stellte gegenüber ddp Investitionen von rund 20 Millionen Euro an dem Standort in Thune in Aussicht.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte vor kurzem angekündigt, dass der radioaktive Müll aus dem Bergwerk Asse herausgeholt werden soll. Für eine Endlagerung müssen die Abfälle konditioniert, das heißt verpresst und neu verpackt werden. Dabei und bei der Ermittlung der Radioaktivität aus den geborgenen Fässern wolle man helfen, sagte Eckert. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte deutsche Entsorger von schwach radioaktivem Müll außerhalb von Atomkraftanlagen.

Das Vorhaben war bei Braunschweiger Bürgern und Kommunalpolitikern von Beginn an auf Protest gestoßen. Die nun vom Rat verfügte Veränderungssperre lässt es nicht zu, dass Eckert & Ziegler sein Kompetenzzentrum für Entsorgung in Thune erweitert und für 20 Millionen Euro eine neue Halle für die Konditionierung von Atommüll baut.

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