Protest

Braunkohlegegner aus Deutschland und Polen treffen sich

Rund 600 vom Braunkohlenabbau betroffene Menschen aus Brandenburg, Sachsen und Polen sind am Samstag bei Guben zusammenkommen. Sie protestierten damit gegen geplante Tagebauprojekte in Brandenburg und Sachsen sowie der angrenzenden polnischen Region.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Schenkendöbern (ddp-lbg/red) - Zu dem Treffen unter dem Motto "Gekommen um zu bleiben" in Albertinenaue an der Neiße habe die Gemeinde Schenkendöbern gemeinsam mit Umweltgruppen eingeladen, teilten die Veranstalter mit.

Auch Vertreter der Beeskower Bürgerinitiative gegen die Verpressung des bei der Braunkohleverstromung anfallenden Kohlendioxids nahmen an dem Treffen teil. Mathias Berndt, Pfarrer des von der Umsiedlung bedrohten Dorfes Atterwasch, hatte als Ziel des deutsch-polnischen Treffens ausgegeben, Kontakte zu allen Betroffenen aufzubauen und gemeinsam für eine andere Energiepolitik einzutreten.

Berndt hielt den Angaben zufolge zum Auftakt eine Freiluft-Andacht. Zudem sprachen Gäste aus dem polnischen Ort Brody bei Gubin, aus Sachsen und Beeskow Grußworte. Drei junge Musikbands aus der Region gestalteten das Bühnenprogramm.

Auf deutscher Seite plant der Energiekonzern Vattenfall drei neue Tagebaue. Die drei Orte Grabko, Kerkwitz und Atterwasch mit insgesamt rund 900 Einwohnern sollen Plänen zufolge dem künftigen Tagebau Jänschwalde-Nord weichen. In der polnischen Nachbarregion ist beabsichtigt, einen Tagebau zwischen den Orten Gubin und Brody zu erschließen. Hier wären nach Angaben von Umweltgruppen 2000 Einwohner von der Umsiedlung betroffen.

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