Subventionsdebatte

"Braunkohle ist kostengünstig und wettbewerbsfähig"

Bruce P. De Marcus, Vorsitzender der MIBRAG-Geschäftsführung, hat auf dem vierten Bergbaukolloquium in Freiberg die Bedeutung der Braunkohle verteidigt: Braunkohle sei "einer der wettbewerbsfähigsten Energieträger", verursache keineswegs zu hohe Stromkosten und werde in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Theißen/Freiberg (red) - In die Diskussion um subventionierte Braunkohle hat sich erwartungsgemäß auch Bruce P. De Marcus, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG), "eingeklinkt". Auf dem vierten Bergbaukolloquium der TU Bergakademie Freiberg bezeichnete Marcus am Wochenende Braunkohle als "einen der wettbewerbsfähigsten Energieträger". Ihr verstärkter Einsatz werde maßgeblich dazu beitragen, die Abhängigkeit von Importen krisenanfälliger Energieträger wie Erdgas und Rohöl zu verringern. "Weder Europa noch Deutschland sollten sich diesem Risiko überproportional aussetzen", forderte Marcus.

"Wir sorgen mit unseren stabilen und berechenbaren Braunkohlenpreisen dafür, dass auch unsere Kunden auf dem Stromerzeugungsmarkt wettbewerbsfähig bleiben. Unser Anteil an einer produzierten Kilowattstunde Strom beträgt lediglich etwa 1,1 Cent. Es kann also nicht die Braunkohle sein, die die hohen Stromkosten im Osten verursacht", führte Bruce P. De Marcus aus.

Seit Jahren liege der Braunkohlenpreis unter 40 Euro pro Tonne Steinkohleneinheit (SKE). Im Vergleich dazu habe im zweiten Quartal 2004 eine Tonne Import-Steinkohle 55 Euro pro SKE (frei deutscher Grenze) gekostet. Die Kosten für Erdgas bewegten sich im gleichen Zeitraum bei 100 Euro pro SKE und für Rohöl bei 144 Euro pro SKE.

Neben den Kosten führt Bruce P. De Marcus aus seiner Sicht weitere Vorteile an: "Braunkohle ist im ausreichenden Maße vorhanden und liegt praktisch vor der Tür. Damit können wir eine kontinuierliche und von der Situation in Krisenregionen unabhängige Versorgung garantieren". In diesem Zusammenhang verwies der MIBRAG-Geschäftsführer auf den bereits vollzogenen Wandel in der Braunkohlenproduktion: "Wir haben in den vergangenen zehn Jahren über 700 Millionen Euro in modernste Technologien investiert, um alle Umweltauflagen zu erfüllen und umfangreiche Rekultivierungsmaßnahmen durchzuführen. Die neue Braunkohlenindustrie wird im Gegensatz zur Vergangenheit heute von den umliegenden Gemeinden, Anliegern und Interessierten wahr- und angenommen".

Im Freistaat Sachsen werden 85 Prozent des erzeugten Stroms aus Braunkohle gewonnen. In Deutschland beträgt der Anteil der Braunkohle an der Primär-Energieerzeugung derzeit 27 Prozent. Experten gehen davon aus, dass sich dieser in den nächsten Jahren erhöhen wird. "Unser Absatz an das Kraftwerk Schkopau ist in den vergangenen drei Jahren um über 50 Prozent gestiegen. Außerdem liefern wir in diesem Jahr mehr als 11,5 Millionen Tonnen an das Kraftwerk Lippendorf. Dort lagen die Erwartungen ursprünglich bei nur neun Millionen Tonnen. Genauso erfolgreich können wir uns auch im Wettbewerb auf dem Wärmemarkt behaupten. Wir haben inzwischen die Infrastruktur und das Know-how entwickelt, um Firmen und Haushalte in unserer Region mit Gegendruckdampf und Wärme zu stabilen Preisen zu versorgen", so Bruce P. De Marcus abschließend.

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