Strukturwandel

Braunkohle-Ausstieg: Bund stellt Hilfen in Aussicht

Die Braunkohle ist noch immer ein wichtiger Arbeitsmotor in Deutschland, aber das Ende der Braunkohleverstromung wurde längst beschlossen. Bundesumweltministerin Hendricks zeigt sich zuverlässig, die Jobs mit der Unterstützung des Bundes ersetzen zu können.

Energieerzeugung© DianaH / Fotolia.com

Spremberg (dpa/red) - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat eine Förderung für den Strukturwandel weg von der Braunkohle in Aussicht gestellt. Der Bund werde sich daran beteiligen, dass alternative Arbeitsplätze etwa im Energiesektor entstehen, sagte Hendricks am Montag bei einem Besuch des Lausitzer Braunkohlereviers. Eine konkrete Zahl nannte sie nicht. Arbeitsplätze könnten unter anderem im Bereich Speicherkapazität von erneuerbaren Energien entstehen.

Ende der Kohleverstromung bis 2050

Hendricks beharrt auf einem festen Fahrplan für den Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland bis spätestens 2050. Sie will bis zum Sommer einen langfristigen Klimaschutzplan vorlegen. Er soll zeigen, wie ein klimafreundliches Deutschland bis 2050 aussehen kann. Hendricks sagte, sie halte es für möglich, einen Umbau in 20 bis 25 Jahren sozialverträglich zu gestalten. Auf eine Jahreszahl wolle sie sich aber nicht festlegen.

Rund 8.000 Menschen arbeiten im Braunkohlerevier in der Lausitz

In der Lausitz betreibt der schwedische Energiekonzern Vattenfall derzeit vier Braunkohlegruben und mehrere Braunkohlekraftwerke. Im zweitgrößten Braunkohlerevier Deutschlands arbeiten rund 8.000 Menschen. Hendricks sagte, sie sei zuversichtlich, dass diese Größenordnung durch andere Arbeitsplätze aufgefangen werden könne. Es sei wichtig, frühzeitig neue Strukturen aufzubauen.

Was die Lausitz nach 1989 erlebt habe, das sei ein Strukturbruch gewesen, "wie man ihn sich kaum tiefer vorstellen kann", betonte die Bundesministerin. "Viele Menschen haben von heute auf morgen ihre Arbeitsplätze verloren. Sowas darf sich selbstverständlich nicht wiederholen."

Vattenfall und Hendricks im Gespräch

Hendricks traf sich am Montag mit Vattenfall-Betriebsräten, die die Gespräche als "sehr gut" bezeichneten. "Wir möchten das Gespräch gerne weiter fortführen", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining, Rüdiger Siebers.

Vor den Kraftwerken demonstrierten Kohlebefürworter und deutlich weniger Kohlegegner. Die Umweltorganisation Greenpeace betonte, dass seit dem Pariser Klimaschutzabkommen klar sei, dass ein Ausstieg aus der Braunkohle früher gelingen müsse als 2050, nämlich bis 2030.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Vattenfall

    Tschechische EPH-Gruppe übernimmt Vattenfall-Braunkohle

    Das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall geht an die tschechische Firmengruppe EPH. Die Tschechen erhalten dabei Gelder für die Rekultivierung in der Lausitz. Rund 8.000 Menschen arbeiten dort derzeit bei Vattenfall. Bis 2020 soll es keine betrieblichen Entlassungen geben.

  • Kohlebergbau

    Kohlekraftwerke erhalten doch eine Abwrackprämie

    Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel einst sogar die Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke in Erwägung gezogen hatte, ist er von diesem Kurs wieder komplett abgekommen. Die Betreiber der Kohlemeiler werden sieben Jahre lang von den Stromkunden mit Milliarden Euro beim Kohleausstieg unterstützt.

  • Energiewende

    So soll die Energiewende reformiert werden

    Union und SPD einigen sich auf eine Reform der Energiewende, um den rasanten Anstieg der Strompreise zu verhindern. Die Förderung von Windparks wird begrenzt, Vergütungen für Betreiber neuer Stromanlagen werden eventuell komplett gestrichen - insgesamt soll der Ausbau von Ökostrom günstiger werden. Wie die Zielsetzungen für den Strommix aussehen sollen, bleibt strittig.

  • Stromkosten

    Stromkosten werden wohl 1000-Euro-Schallmauer knacken

    Wenn nicht ein Wunder passiert, wird ein Durchschnittshaushalt im nächsten Jahr die Schallmauer von 1000 Euro bei den Stromkosten durchbrechen. Neue Prognosen zeigen den Reformbedarf: Die Kosten steigen - aus diversen Gründen. Unter anderem werden Ersparnisse beim Stromeinkauf nicht an die Kunden weitergereicht.

Top