Vorbildcharakter

Brasilien unterstützt Konferenz zum Ausbau erneuerbarer Energien

Die Länder Lateinamerikas und der Karibik halten an ihren ehrgeizigen Plänen zum Ausbau der erneuerbaren Energien fest. Auf einer internationalen Konferenz in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia bekräftigten sie ihr regionales Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch bis zum Jahr 2010 auf zehn Prozent zu steigern.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Die Länder Lateinamerikas und der Karibik halten an ihren ehrgeizigen Plänen zum Ausbau der erneuerbaren Energien fest. Auf einer internationalen Konferenz in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia bekräftigten sie ihr regionales Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch bis zum Jahr 2010 auf zehn Prozent zu steigern.

Darüber hinaus kündigten mehrere Länder, darunter Brasilien und Argentinien, eigene nationale Ausbauziele an. Bundesumweltminister Jürgen Trittin begrüßte die "Brasilia Plattform" als bedeutsames Signal: "Damit bekommt der Ausbau der erneuerbaren Energien in Lateinamerika und der Karibik den notwendigen politischen Schub." Dies sei auch ein "wertvoller Beitrag" zur weiteren Vorbereitung der internationalen Konferenz "Renewables 2004", die im Juni kommenden Jahres in Bonn stattfinden wird.

In ihrer Abschlusserklärung fordern die Unterzeichnerstaaten verstärkt nationale Anstrengungen zur gezielten Förderung erneuerbarer Energien. Notwendig seien auch weitergehende Kooperationen und neue finanzielle Instrumente. Die regionale UN-Organisation für Lateinamerika wird gebeten, die Region und die einzelnen Staaten bei der Vorbereitung der internationalen Konferenz "Renewables 2004" zu unterstützen.

Bereits am Mittwoch hatte Trittin im Rahmen des 4. Deutsch-Brasilianischen Umweltforums mit seiner brasilianischen Kollegin Marina Silva eine Ausweitung der bestehenden Kooperation auf den Bereich der erneuerbaren Energien vereinbart. Sie beabsichtigen, ein deutsch-brasilianisches Abkommen zum Ausbau der erneuerbaren Energien abzuschließen.

Ferner streben beide Seiten gemeinsame Initiativen an, um die Einkommenssituation der im Amazonasgebiet lebenden lokalen Gemeinschaften zu verbessern. Dabei sollen die Ziele Armutsbekämpfung und Naturschutz gleichzeitig verfolgt werden. Um dies zu erreichen, sollen Schutzgebiete so gestaltet werden, dass die dort lebende Bevölkerung greifbare Vorteile aus der Nutzung der natürlichen Ressourcen ziehen kann. Damit erfüllen Brasilien und Deutschland ihre Verpflichtungen aus der Konvention über biologische Vielfalt. Zugleich tragen diese Maßnahmen zum "Null-Hunger"-Programm der Regierung von Staatspräsident Lula da Silva bei. Vereinbart wurde, im kommenden Jahr eine Konferenz zur konkreten Ausgestaltung dieses Konzepts in Brasilien durchzuführen.

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