Stärker kooperieren

Brandenburg und Sachsen-Anhalt wollen CO2-Abscheidung unterstützen

Brandenburg und Sachsen-Anhalt wollen künftig enger zusammenarbeiten. Darauf verständigten sich die Regierungen am Dienstag bei einer gemeinsamen Sitzung. Unter anderem wollen die Länder Vattenfall bei der Entwicklung CO2-armer Kraftwerkstechnologien unterstützen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Schönewalde/Holzdorf (ddp-lbg/sm) - Der märkische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sprach von "konstruktiven und lösungsorientierten Beratungen zum Nutzen der Menschen". Gerade im ländlichen Raum sei es wichtig, sich über länderübergreifende Interessenlagen zu verständigen. "Es ist eine Frage der Vernunft, auf regionaler Ebene die Zusammenarbeit so gut wie möglich zu gestalten", betonte Sachsen-Anhalts Regierungschef Wolfgang Böhmer (CDU).

Beide Kabinette sicherten dem Energiekonzern Vattenfall ihre Unterstützung bei der Entwicklung von CO2-armen Kraftwerkstechnologien in Verbindung mit der Endlagerung des Kohlendioxids zu. Vattenfall betreibt im brandenburgischen Industriepark Schwarze Pumpe in Spremberg (Spree-Neiße) die nach Unternehmensangaben weltweit erste Pilotanlage für ein CO2-armes Kohlekraftwerk. In dieser Anlage werden mehr als 90 Prozent des bei der Verbrennung von Braunkohle anfallenden Kohlendioxids abgeschieden.

Im Pilotprojekt "Altmark" in Sachsen-Anhalt sollen der Transport und die Speicherung von CO2 getestet werden. Dabei werden Lagerungsmöglichkeiten in einem fast ausgeförderten Erdgasfeld untersucht. "Ziel ist es, fossile Brennstoffe, so klimagünstig wie möglich zu verstromen", sagte Böhmer.

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