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Branchenmagazin: Preisrutsch bei Solarstromanlagen erwartet

Interessenten für Solarstromanlagen sollten wegen zu hoher Anlagenpreise mit ihrem Kauf warten. Branchenkenner sprechen von großen Lagerbeständen und erwarten fallende Preise. Dies berichtet das Solarstrom-Magazin Photon in seiner aktuellen Ausgabe.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Aachen (ots) - Die Preise für Anlagen zur solaren Stromerzeugung sind in den letzten beiden Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist die Einspeisevergütung für Solarstrom um jährlich fünf Prozent gefallen. Anne Kreutzmann, Chefredakteurin der Zeitschrift Photon: "Wer alle Nebenkosten einkalkuliert, kann zurzeit mit einer Solarstromanlage an sehr vielen Standorten kein Geld mehr verdienen. Dies ist umso ärgerlicher, weil die Hersteller ihre Produktionskosten massiv senken konnten und diese Kostensenkung nicht an die Verbraucher weitergaben."

Hochwertige Solaranlagen mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt (kW) dürfen inklusive Montage und Netzanschluss nicht mehr als 4.100 Euro je kW netto kosten, damit sie sich für den Käufer lohnen, rät Photon. Wer seine schlüsselfertige Anlage 2007 kauft, sollte nicht mehr als 3.900 Euro bezahlen, weil die Einspeisevergütung für Neuanlagen dann fünf Prozent niedriger liegt. Kreutzmann: "Teilweise müssen die Preise noch um bis zu 30 Prozent fallen, damit Solaranlagen wieder eine vernünftige Rendite für den Betreiber bringen. Investitionen in Solaranlagen sind immer mit einem Risiko verbunden, zum Beispiel wenn die Anlage aufgrund eines Defektes zeitweise keinen Strom produziert und der Ausfall nicht über eine Versicherung abgedeckt ist. Deshalb muss die Rendite bei störungsfreiem Betrieb rund sieben Prozent betragen und damit deutlich über der eines sicheren Pfandbriefes liegen. Solch eine Rendite ist zu den aktuellen Verkaufspreisen nicht erzielbar".

Nach Schätzungen eines Branchenkenners liegen mittlerweile Solarmodule mit rund 400 Megawatt (MW) auf Lager, die zum derzeitigen Preisniveau keine Abnehmer finden. Kreutzmann: "Mit solch einem Lagerbestand kann man rund 100.000 Solaranlagen auf Wohnhäuser bauen. Wir rechnen mit einem massiven Preisrutsch. Hauseigentümer sollten daher einfach abwarten."

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