Sinnvolle Nutzung

Brachflächen für erneuerbare Energien erschließen

Thüringen will die Nutzung von Brachflächen für die Gewinnung erneuerbarer Energien forcieren. Derzeit gebe es etwa 7000 Areale mit insgesamt rund 6800 Hektar, die aufgrund ihrer Größe von mehr als 1000 Quadratmetern dafür genutzt werden könnten, sagte Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) am Mittwoch in Erfurt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Erfurt (ddp/red) - Würden diese Flächen mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet, könnten 2100 Gigawatt Strom gewonnen werden. Das würde reichen, um 750.000 Zwei-Personenhaushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Das Land habe deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, die die Möglichkeiten zur energetischen Nutzung von Brachen im ländlichen Raum aufzeigen soll. Durch die Bewertung von 350 Flächen seien Kriterien entwickelt worden, anhand derer die Kommunen als Grundstückseigner ermitteln können, für welche Energieart sich die Flächen am besten eignen.

In Frage kämen aber nur Flächen, die wegen ihrer Ertragsqualität oder ökologischer Belastungen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden könnten, sagte Kathleen Zuber von der Burmeier Planungsgesellschaft mbH Erfurt, eine der Autorinnen der Studie. Von den in Frage kommenden 200 Flächen könnten 30 bis 50 Prozent für die Gewinnung erneuerbarer Energien genutzt werden. Mit einer im Rahmen der Studie erarbeiteten Software könnten die Kommunen eine Vorauswahl potenziell geeigneter Flächen treffen.

Für die Studie gab das Land 130.000 Euro aus. An der Erarbeitung waren auch die Fachhochschule Nordhausen und das Jenaer GEOS-Ingenieurbüro beteiligt.

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