Solarstromkraftwerk im Geiseltal

BP Solar investiert auf ehemaligem Addinol-Gelände

Das Kraftwerk im Geiseltal besteht aus 25 000 Solarmodulen und erstreckt sich über eine Fläche von 160 000 Quadratmetern. Insgesamt wurden 16 Millionen Euro investiert. Eine Erweiterung der Anlage auf 75 000 Quadratmeter Fläche mit nochmals zwei Millionen Kilowattstunden ist bereits in der Planung.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Braunsbedra (ddp-lsa/sm) - Eines der weltgrößten Solarkraftwerke ist heute im Geiseltal bei Merseburg in Betrieb genommen worden. Das Sonnenkraftwerk in Braunsbedra entstand in dreimonatiger Bauzeit. Die Anlage der BP Solar liefert jährlich 3,4 Millionen Kilowattstunden. Damit kann der mittlere Strombedarf von 1000 Haushalten gedeckt werden, wie das Wirtschaftsministerium in Magdeburg mitteilte.

Das Kraftwerk besteht aus 25 000 Solarmodulen und erstreckt sich über eine Fläche von 160 000 Quadratmetern. Insgesamt wurden 16 Millionen Euro investiert. Eine Erweiterung der Anlage auf 75 000 Quadratmeter Fläche mit nochmals zwei Millionen Kilowattstunden ist den Angaben zufolge bereits in der Planung. Gebaut wurde die Solarstromanlage, in der zwei Arbeitsplätze entstanden sind, auf dem früheren Firmengelände des Mineralölunternehmens Addinol.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Margareta Wolf (Grüne) sagte, damit sind innerhalb weniger Tage zwei große Solarstromkraftwerke mit neun Megawatt ans Netz gegangen. Das entspreche der gesamten Leistung des Jahres 1999, erklärte sie. Die deutsche Photovoltaik-Industrie rechne im laufenden Jahr mit einem Marktwachstum auf 300 Megawatt. Das sei mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Deutschland erlebt aus Sicht von Wolf gegenwärtig einen Investitionsboom in der Solarenergie. Damit würden allein in diesem Jahr 5000 neue Stellen in der Photovoltaik-Industrie und im Handwerk geschaffen.

Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) bezeichnete die Investition am Standort des ehemaligen Schmierstoffproduzenten auch als ein Zeichen dafür, dass das Industriegelände wieder attraktiv für Investoren ist. Heute arbeiteten auf dem Areal rund 25 Unternehmen mit etwa 190 Beschäftigten. 45 Prozent der Fläche seien wieder veräußert. Parallel werde das Gelände weiter saniert, betonte Rehberger.

Die Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für erneuerbare Energien, Angelika Brunkhorst, wies unterdessen darauf hin, dass die Photovoltaik in Deutschland zurzeit so stark überfördert sei, dass die Nachfrage nach Solarmodulen das Angebot im Jahr 2004 bei weitem übersteige. Dies sei ein deutlicher Hinweis darauf, "dass wir uns bei der Markteinführung neuer Energietechnologien weitab von marktwirtschaftlichen Prinzipien bewegen." Sie forderte eine Ablösung des EEG durch eine variable Mengenregelung. Dabei würden konkrete Vorgaben gemacht, die definieren, wie viel Primärenergie in Deutschland aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden soll. So würde die effizienteste und preisgünstigste Technologie zielgerichtet gefördert.

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