Ölkatastrophe

BP-Aktie bricht um mehr als 15 Prozent ein

Wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist die Aktie des britischen Energiekonzerns BP am Dienstagmorgen an der Londoner Börse um mehr als 15 Prozent eingebrochen. Die Anleger sind offenbar besorgt über die ständig steigenden Kosten, die der Konzern bislang nicht näher beziffern wollte.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

London (afp/red) - Hintergrund ist das Scheitern der Bemühungen am Wochenende, das Bohrloch in 1500 Metern Tiefe mit Schlamm und Zement zu versiegeln. Am Montag waren die Börsen in London und New York, wo die BP-Aktie notiert ist, wegen Feiertagen geschlossen gewesen. Anleger sind offensichtlich besorgt über die steigenden Kosten der bislang erfolglosen Bemühungen von BP, den Ölfluss ins Meer zu stoppen.

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko war am 20. April explodiert und gesunken. Seitdem strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer. BP gab allein die bislang entstandenen Kosten durch die Ölpest am Dienstag mit rund 990 Millionen US-Dollar (etwa 811 Millionen Euro) an. Darin seien auch Kosten zur Eindämmung der Umweltschäden enthalten, hieß es in einer Erklärung in London. Zu den zu erwartenden Gesamtkosten des Öldesasters äußerte sich das Unternehmen nicht. Dafür sei es "noch zu früh", hieß es lediglich. Bereits in den vergangenen Wochen seit der Explosion der Bohrinsel war der Aktienkurs von BP stark gefallen.

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