Kohlekraftwerk

Borkumer protestieren vor RWE-Hauptversammlung

Aus Protest gegen ein in der Nähe der Nordseeinsel Borkum geplantes Kohlekraftwerk ist eine Gruppe Inselbewohner am Mittwoch zur Hauptversammlung des verantwortlichen Energiekonzerns RWE nach Essen gefahren. Mit der Aktion habe man die RWE auffordern wollen, ihre Energiepolitik zu überdenken.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen/Borkum (ddp-nrd/red) - Die "Besorgten Borkumer Bürger" (BBB), wie sich die Interessengemeinschaft gegen das von der RWE im niederländischen Eemshaven geplante Kraftwerk nennt, befürchte, dass der Bau von zwei Kraftwerksblöcken durch die zu erwartenden Schadstoffemissionen den Tourismus auf der Insel gefährden wird.

Bereits seit einem Jahr kämpfen die Borkumer gegen die Planungen der RWE. Vor der Hauptversammlung des Energiekonzerns erwarben sie Aktien der RWE, um auf der Versammlung ein Rederecht zu haben. Mit Transparenten und in traditionellen Fischerhemden gekleidet, machten sie sich schließlich in der Nacht zu Mittwoch mit einem Sonderschiff auf den Weg nach Essen.

Dort wiesen sie den RWE-Vorstand, den Aufsichtsrat und andere Aktionäre nach eigenen Angaben darauf hin, dass durch die Planungen Tausende von Arbeitsplätzen auf den ostfriesischen Inseln bedroht seien. Zudem gingen Heilungsmöglichkeiten für Menschen mit Atemwegserkrankungen verloren, hieß es. Durch die Schadstoffausstöße könnte eines der letzten Reinluft-Gebiete geschädigt werden, argumentierten sie.

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