Kyoto-Nachfolgeabkommen

Bonner Konferenz: Keine Einigung auf Klimaschutz-Ziele

Der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sieht noch zahlreiche Hindernisse bis zum Abschluss eines Kyoto-Nachfolge-Abkommens. Auf der Klimaschutzkonferenz in Bonn, die Vorbereitung auf die UN-Klimagipfel in Kopenhagen, haben sich die Teilnehmer nicht auf verbindliche Ziele zur Emissionsminderung einigen können.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Bonn (ddp/red) - Für einen Erfolg beim UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen müssten noch eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden, sagte de Boer am Mittwoch zum Abschluss der Bonner UN-Klimaschutzkonferenz. Auf der zehntägigen Tagung haben sich die Industrieländer nicht auf gemeinsame Ziele für die Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase einigen können. Auf diesem Feld stünden die Industrieländer und besonders die USA in der Pflicht, sagte de Boer und mahnte zur Eile. In einigen Bereichen hätten sich die Positionen der Delegierten zumindest angenähert.

2700 Experten aus 180 Ländern hatten in Bonn über die Voraussetzungen für ein Anschlussabkommen des im Jahr 2012 auslaufenden Klimaschutz-Protokolls von Kyoto verhandelt. Dieses Abkommen soll im Dezember in Kopenhagen abgeschlossen werden. Zur Vorbereitung des Treffens von Kopenhagen finden weitere Konferenzen statt, unter anderem vom 1. bis zum 12. Juni wieder in Bonn.

Einigung auf Emissionsminderungen nötig

Grünen-Chefin Claudia Roth zeigte sich enttäuscht von der Bonner Konferenz. Die Menschheit drohe sehenden Auges in die nächste existenzielle Krise, die Klimakatastrophe, zu steuern, sagte Roth in Berlin. Das Zeitfenster für Gegenmaßnahmen schließe sich immer weiter. Die Schwellen- und Entwicklungsländer erwarteten zu Recht, dass hier die Industriestaaten vorangehen. EU und Bundesregierung müssten sich zu weiteren Emissionsminderungen verpflichten und angemessene Finanzhilfen an die Entwicklungsländer abgeben.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte, dass die Industriestaaten keine festen Zusagen über verbindliche CO2-Reduktionsziele gemacht hätten. Nun werde die Zeit knapp. Ein wirksames Klimaschutzabkommen stehe und falle mit ambitionierten CO2-Minderungszusagen seitens der Industriestaaten. Sie seien hauptverantwortlich für den Klimawandel und müssten ihre CO2-Emissionen drastisch und verbindlich reduzieren, erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

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