Verzögerungen

Bohrungen in der Asse schon wieder unterbrochen

Bei der Probebohrung in die Atommüllkammer 7 im Bergwerk Asse gibt es die erste Verzögerung. Gut eine Woche nach dem Start wurden die Arbeiten wegen technischer Komplikationen unterbrochen. Grund sei weiches Bitumen im Verschluss der Kammer, das den Bohrer und das Bohrloch zu verschmieren drohe.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Remlingen (dapd/red) - Das sagte der Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Werner Nording, am Montag auf dapd-Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht der "Braunschweiger Zeitung".

Probebohrung war am 1. Juni gestartet worden

Die Einlagerungskammer 7, in der rund 4.400 Atommüllfässer lagern, war vor 30 Jahren mit einer 20 Meter dicken Mauer aus Beton, Steinen und Bitumen verschlossen worden. Die bisherigen Bohrungen hätten gezeigt, dass das Bitumen weicher sei als bei vorherigen Tests angenommen wurde, sagte Nording. Der Zugang konnte deshalb zunächst nur sieben Meter tief angebohrt werden.

Die Probebohrung hatte nach mehrfacher Verzögerung am 1. Juni begonnen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) drückte an diesem Tag bei seinem Besuch im Bergwerk einen roten Knopf, der den Bohrer in Gang setzte. Die Probephase sieht neben dem Anbohren von Kammer 7 und Kammer 12 das Öffnen dieser beiden Hohlräume und das Bergen erster Fässer mit ferngesteuertem Gerät vor.

Atomkraftgegner mahnen zur Eile

Die Komplikationen beim Anbohren zeigten, wie wichtig die der Rückholung der Abfälle vorgeschaltete Probephase sei, sagte Nording. "Wir müssen wissen, wie die Kammerverschlüsse beschaffen sind und was wir tatsächlich in den Kammern vorfinden, um die Rückholung der Abfälle vorbereiten zu können."

Atomkraftgegner verlangten eine schnelle Wiederaufnahme der Arbeiten. In der Vergangenheit sei der Beginn der Probebohrungen "politisch blockiert" worden, sagte der Sprecher der Initiative "Contratom", Jan Becker. Die derzeitige Unterbrechung dürfe keinesfalls für Veränderung des Bergungskonzepts genutzt werden. "Es müssen jetzt alle Anstrengungen unternommen werden, möglichst schnell Gewissheit über den Zustand in den Einlagerungskammern zu erlangen."

Die Rückholung der Abfälle müsse sofort beginnen, sagte am Dienstag der Sprecher des Asse-2-Koordinationskreises, Udo Dettmann. Es sei ohnehin davon auszugehen, dass sich die eingelagerten Fässer mit Atommüll in einem katastrophalen Zustand befänden und die Rückstände von Baggern herausgeholt werden müssten.

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