150-Millionen-Euro-Projekt

Bohrungen für Pipeline-Verlegung zur Mittelplate starten

Das größte deutsche Erdölfeld - Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer - bekommt eine Pipeline zur Anbindung ans Festland. Dadurch könne die Produktion des Offshore-Betriebs auf jährlich bis zu 1,5 Millionen Tonnen Öl erhöht werden. Derzeit würden nur 900 000 Tonnen jährlich gefördert.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Friedrichskoog (ddp/sm) - Experten begannen am Wochenende mit dem Bau einer Pipeline zur Anbindung des größten deutschen Erdölfeldes Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer an das Festland und leiteten vorbereitende Horizontalbohrungen ein, sagte ein Sprecher des Mittelplate Konsortiums RWE DEA/Wintershall in Friedrichskoog. Die Arbeiten in der Schutzzone 1 des Nationalparks Wattenmeer müssen bis spätestens Anfang Juni abgeschlossen sein.

Das Konsortium will insgesamt 150 Millionen Euro in das Projekt investieren. Alleine der Bau der Pipeline kostet rund 100 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten für den Ausbau der Bohrinsel. Bislang wird das von dort geförderte Öl noch per Schiff an Land transportiert. Durch die Pipeline-Anbindung an das Festland lässt sich nach Angaben der Betreiber die Produktion des Offshore-Betriebs auf jährlich bis zu 1,5 Millionen Tonnen Öl erhöhen. Derzeit können von der Bohrinsel nur höchstens 900 000 Tonnen jährlich gefördert werden.

Im vergangenen Jahr wurden aus dem Feld Mittelplate insgesamt gut zwei Millionen Tonnen Öl gefördert, davon 850 000 Tonnen von der Bohrinsel. Von Land aus wurden mit einer speziellen Bohrtechnik mehr als 1,1 Millionen Tonnen gefördert.

Bislang wurden vor Friedrichskoog insgesamt etwa 14 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. In mehreren Schichten lagern nach bisherigen Erkenntnissen in einer Tiefe zwischen 2000 und 3000 Metern weit mehr als 100 Millionen Tonnen Erdöl. Damit handelt es sich bei der Mittelplate um die größte deutsche Eröllagerstätte. Rund 35 Millionen Tonnen gelten als noch förderbar.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energieversorung

    Erdölreserven in Norddeutschland auf der Spur

    Die Essener Firma DMT erkundet derzeit den geologischen Untergrund im Osten Kiels und im Landkreis Plön. Auch RWE Dea will bis Ende Februar seismische Untersuchungen abgeschlossen haben.

  • Strompreise

    Pipeline zur Bohrinsel Mittelplate geht in Betrieb (Upd.)

    Deutschlands größtes Erdölfeld soll künftig noch stärker angezapft werden. Heute wird dazu eine neue Pipeline von der Bohrinsel Mittelplate vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste zum Festland offiziell in Betrieb genommen. Sie soll die Transportkapazitäten auf 1,6 Millionen Tonnen jährlich erhöhen.

  • Hochspannungsmasten

    Förderinsel in Schleswig-Holstein wird Touristenattraktion

    Seit gestern können sich Anwohner und Feriengäste in Friedrichskoog-Spitze am schleswig-holsteinischen Wattenmeer in einem so genannten Info-Point über Deutschlands einzige Bohr- und Förderinsel Mittelplate informieren. Seit 1987 wurden dort etwa 14 Millionen Tonnen Erdöl gewonnen.

  • Energieversorung

    Ölförderung von Bohrinsel Mittelplate wird aufgestockt

    Die Ölförderung der Bohrinsel Mittelplate vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste soll durch den Bau einer Pipeline deutlich aufgestockt werden. Durch die Pipeline-Anbindung an das Festland soll die Produktion des Offshore-Betriebs auf jährlich bis zu 1,5 Millionen Tonnen Öl erhöht werden - derzeit sind es 900.000 Tonnen.

Top