Nicht nachvollziehbar

Böge: Bindung der Gaspreise an Ölpreisentwicklung überholt

Die Bindung des Gas- an den Ölpreis hält Bundeskartellamtschef Ulf Böge für nicht mehr zeitgemäß, denn nach 30 Jahren Ölpreisbindung zur Absicherung hoher Investitionen, stabiler Lieferbeziehungen und sicherer Versorgung handele es sich beim Gas- und Ölmarkt um zwei verschiedene Märkte.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Mainz (ddp/sm) - Die Koppelung der Gaspreise an die Entwicklung der Ölpreise ist nach Ansicht von Bundeskartellamtschef Ulf Böge nicht mehr zeitgemäß. Bei Einführung des Preissystems vor über 30 Jahren habe dies der Absicherung hoher Investitionen, stabilen Lieferbeziehungen und der sicheren Versorgung der Verbraucher gedient, sagte Böge gestern im ZDF-"heute-journal". Aus diesen Zeiten "sind wir längst heraus". Inzwischen handele es sich beim Gas- und beim Ölmarkt um zwei verschiedene Märkte.

Im Zusammenhang mit den angekündigten Gaspreiserhöhungen für private Verbraucher sprach der Kartellamtschef von einer Reihe von Ungereimtheiten. So sollen die Importpreise laut E.ON-Ruhgas um etwa sieben Prozent gestiegen sein. Nun werde teilweise das Doppelte von den privaten Haushalten verlangt, die sich natürlich ausgenutzt fühlten. Es sei gar nicht mehr nachvollziehbar, auf welcher Basis die Anhebung des Gaspreises erfolge.

Zuvor hatte das Kartellamt bereits angekündigt, es gehe Vorwürfen nach, dass die deutschen Gasversorger bei der angekündigten Erhöhung ihrer Preise eine marktbeherrschende Stellung ausnutzen. Die Behörde habe deshalb bereits mehrere Versorgungsunternehmen angeschrieben und detaillierte Informationen angefordert.

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