GPKE-Umsetzung

BNetzA droht Stromnetzbetreibern mit Zwangsgeldern

Die Bundesnetzagentur hat jetzt knapp 40 Stromnetzbetreibern Zwangsgelder in einer Gesamthöhe von rund 1,7 Millionen Euro angedroht, da diese die GPKE-Vorgaben der Behörde nur unvollständig oder fehlerhaft umgesetzt hätten. Diese GPKE bildet unter anderem die Grundlage für einen schnellen und reibungslosen Stromanbieterwechsel.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - "Die nun angemahnten dringenden Nachbesserungen betreffen Verpflichtungen, die die Stromnetzbetreiber bereits weitgehend zum 1. August 2007 hätten erfüllen müssen", erläutert Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Zwar würden die festgestellten Mängel in den meisten Fällen nicht dazu führen, dass deswegen der Stromanbieterwechsel des Verbrauchers scheitert. "Sie verursachen aber in jedem Fall erheblichen und unnötigen Mehraufwand beim neuen Lieferanten des Kunden und geben häufig Anlass für gesonderte Nachfragen und Beschwerden", so Kurth.

Wie die Bundesnetzagentur in den letzten Monaten weiter festgestellt hat, gibt es in vielen Unternehmen zudem noch zahlreiche manuelle Bearbeitungsschritte bei der Abwicklung des Lieferantenwechsels. "Ganz offensichtlich halten auch viele Softwarelieferanten ihre Terminzusagen gegenüber den Netzbetreibern nicht ein. In der Folge müssen die Prozesse häufig noch händisch nachbearbeitet werden, was naturgemäß eine hohe Fehlerrate mit sich bringt. Auch hier müssen alle Beteiligten dringend ihre Hausaufgaben machen", so Kurth.

Die betroffenen Stromnetzbetreiber haben nunmehr einen Monat Zeit, die Vorgaben der Bundesnetzagentur zur Gestaltung der Lieferantenwechselprozesse endgültig umzusetzen und damit allen Netznutzern den diskriminierungsfreien Zugang zu den Elektrizitätsversorgungsnetzen zu gewährleisten.

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