Zu spät?!

bne: Verschleppter Wettbewerb kostet fünf Milliarden jährlich

Die Kritik am provisorischen Start der Regulierungsbehörde wird immer lauter. Der Bundesverband Neuer Energieanbieter bezeichnete es als "volkswirtschaftliches Desaster", dass durch die überhöhten Netznutzungsentgelte Verbrauchern und Wirtschaft jährlich fünf Milliarden Euro entzogen würden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - "Die Bundesregierung hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Durch die Verschleppung der Energierechtsreform gibt es weiterhin keinen funktionierenden Wettbewerb auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt. Das ist volkswirtschaftlich gesehen ein Desaster. Denn durch die überhöhten Entgelte zur Nutzung der Netze werden sowohl den Verbrauchern als auch der Wirtschaft jährlich fünf Milliarden Euro entzogen. Geld, das für den wirtschaftlichen Aufschwung dringend notwendig wäre." Mit diesen Worten macht der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) seine Enttäuschung über den verspäteten Start der Regulierungsbehörde deutlich.

Wenn das neue Energiewirtschaftsgesetz erst 2005 in Kraft treten kann, werden die ersten Reportings an den Regulierer erst 2006 oder 2007 abgegeben. So bringen auch die Unbundling-Vorschriften dem Wettbewerb kurzfristig nichts, bemängelt der bne weiter. So könnten die Gewinne aus dem Monopolbereich Netz weiterhin den defizitären Vertrieb der etablierten Energiwirtschaft finanzieren. Aus diesem Grund fordert der Verband eine ab sofort laufende Berichterstattung aus den Bereichen Netz und Vertrieb der integrierten Energieversorgungsunternehmen.

"Solange die bevorstehende Regulierungsbehörde ihre Arbeit nicht aufnimmt, geht die Preistreiberei im Energiemarkt weiter", machen die neuen Anbieter deutlich und fordern die Regierung auf, im aktuellen Gesetzgebungsverfahren die Kalkulationsmethoden der Verbändevereinbarung grundlegend zu überarbeiten und ein modernes Kostenkonzept zu installieren.

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