Standpunkt

bne: Unbundling statt Blackout

Als "Panikmache" bezeichnet der bne Aussagen, die für den Stromausfall in Nordamerika den liberalisierten Markt verantwortlich machen. Eher das Gegenteil sei der Fall: Die konsequente gesellschaftsrechtliche Trennung des Monopolbereichs Netz von den integrierten Versorgungsunternehmen sei die wesentliche Voraussetzung für eine sichere Stromversorgung.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) sieht in dem jüngsten Blackout von Nordamerika einen klaren Beleg für die Notwendigkeit von mehr Wettbewerb und Transparenz im deutschen Energiemarkt: Die konsequente gesellschaftsrechtliche Trennung des Monopolbereichs Netz von den integrierten Versorgungsunternehmen sei die wesentliche Voraussetzung für eine sichere Stromversorgung in Deutschland.

"Erlöse, die durch das Leitungsnetz erwirtschaftet werden, sind auch ausschließlich in das Netz zu investieren und nicht dazu da, ineffiziente Vertriebseinheiten, den öffentlichen Personennahverkehr oder riskante Auslandsengagements zu finanzieren – so wie das bei Deutschlands Ex-Monopolisten üblich ist", erläutert Dr. Henning Borchers, Geschäftsführer des bne. "Alle Unkenrufe, die für den Stromausfall in Nordamerika den liberalisierten Markt verantwortlich machen, sind unsachliche Panikmache."

Der bne sieht es als eine der Kernaufgaben der neuen Regulierungsbehörde an, das Unbundling – so wie es die EU-Richtlinie fordert – konsequent umzusetzen. Es müsse sichergestellt werden, dass die Netzbereiche der vertikal integrierten Unternehmen nicht als Cashcow für andere Aktivitäten missbraucht würden.

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