Preistreiberei

bne fordert Netznutzer zur Ablehnung willkürlicher Preiserhöhungen auf

Die unbegründete Erhöhung der Netznutzungsentgelte bei den Stadtwerken Solingen hat der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) zum Anlass genommen, die "Ausnutzung des Netzmonopols" erneut zu kritisieren. Den Mitgliedsunternehmen wird empfohlen, die "dreisten" Preiserhöhungen zurückzuweisen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Sie Stadtwerke Solingen sind ins Visier des Bundesverbands Neuer Energieanbieter (bne) geraten. Grund: Acht Prozent mehr sollen Stromhändler und deren Kunden jetzt für die Netznutzung bezahlen. Begründet würde diese Erhöhung indes nicht: Man habe "basierend auf der Grundlage der Verbändevereinbarung VV 2 plus vom 13. Dezember 2001" die Preise für die Netznutzung neu kalkuliert. Für ein mittelständisches Unternehmen, das im letzten Jahr 48 000 Euro für die Netznutzung zahlte, bedeutet das fast 5 000 Euro mehr im Jahr 2004.

"Diese Preiserhöhung nach Gutsherren Manier zeigt ein weiteres Mal, dass mit dem Kalkulationsleitfaden der Verbändevereinbarung II plus Netznutzungsentgelte in beliebiger Höhe kalkuliert werden können. Der Missbrauch des natürlichen Netz-Monopols und die Behinderung der Wettbewerber nimmt immer dreistere Ausmaße an, die wir nicht hinnehmen werden. Wir empfehlen unseren Mitgliedsunternehmen, Preiserhöhungen, die nicht begründet werden, zurückzuweisen", monierte bne-Geschäftsführer Dr. Henning Borchers.

Nach Informationen des bne wurden bei allen Energieversorgern in den vergangenen Jahren 30 Prozent des Personals abgebaut, Investitionen in Netze seien um 35 Prozent gekürzt worden. Im auffälligen Gegensatz dazu stehe die stetige Preissteigerung bei Netzentgelten. Der bne richtet sich deshalb gegen eine Verlängerung der VV II plus. Die gesetzliche Vermutung guter fachlicher Praxis dürfe ebenfalls keinen Bestand mehr haben.

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