Skandal?!

bne empört: E.ON Bayern erhöht Netznutzungsentgelte

Der bne vermutet, dass der Vorstoß von E.ON Bayern ein Testballon der Branche ist, dem sich über kurz oder lang auch die anderen Netzbetreiber anschließen werden. Wenn neben den gestiegenen Großhandelspreisen auch noch überhöhte Netznutzungsentgelte auf die Kunden überwälzt würden, könne der deutsche Mittelstand mit einer Preissteigerung von bis zu 30 Prozent rechnen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Laut dem Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) hat die E.ON Bayern AG hat angekündigt, die Preise für Netznutzung zum Jahreswechsel um bis zu sechs Prozent zu erhöhen. Das gehe aus einem Schreiben an ein Mitgliedsunternehmen des bne vom 6. Oktober hervor. Grund für die Preiserhöhung seien höhere Netznutzungsentgelte der vorgelagerten Netze und der größere Kostenaufwand in den eigenen Netzen.

"Die Anhebung der Netznutzungsentgelte durch E.ON Bayern ist ein Skandal. Mit fadenscheinigen Begründungen werden hier die Kunden noch einmal abgezockt, bevor die zukünftige Regulierungsbehörde dem Treiben Einhalt gebieten kann", so Dr. Henning Borchers, Geschäftsführer des bne. "In den vergangenen Jahren wurden bei allen Energieversorgern 30 Prozent der Personals abgebaut und die Investitionen ins Netz um 35 Prozent zurückgefahren. Bei den Kunden ist davon nichts angekommen."

Der bne vermutet, dass der Vorstoß von E.ON Bayern ein Testballon der Branche ist, dem sich über kurz oder lang auch die anderen Netzbetreiber anschließen werden. Wenn neben den gestiegenen Großhandelspreisen auch noch überhöhte Netznutzungsentgelte auf die Kunden überwälzt würden, könne der deutsche Mittelstand mit einer Preissteigerung von bis zu 30 Prozent rechnen. Der bne fordert die zuständigen Kartellbehörden auf, ein Verfahren gegen E.ON Bayern einzuleiten, um deren Netznutzungsentgelte einer genauen Prüfung zu unterziehen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Geld sparen

    Strompreise 2016: Müssen Verbraucher mit Teuerungen rechnen?

    Die Strompreise werden wohl zum Jahreswechsel wieder für viele Verbraucher steigen. Das liegt an der steigenden EEG-Umlage und den höheren Netzkosten. Eine noch größere Rolle spielt aber, in wie weit die Stromanbieter die Preissteigerung weitergeben, schließlich ist der Strom an der Börse so billig wie nie.

  • Stromnetz

    Verivox: Netzkosten steigen in Baden-Württemberg am meisten

    Das Verbraucherportal Verivox hat die bisher angekündigten Netzkosten-Erhöhungen für die verschiedenen Regionen miteinander verglichen. Das Ergebnis: Einige Bundesbürger werden bei der Stromrechnung stärker zur Kasse gebeten als andere. In Baden-Württemberg soll die Preiserhöhung am stärksten ausfallen.

  • Energieversorung

    VDEW: Strommarkt vernünftig regulieren

    Die Verbände der Stromwirtschaft trafen sich Ende vergangener Woche zu einem Spitzengespräch in Berlin und haben dort Eckpunkte für die Ausgestaltung einer Regulierungsbehörde erarbeitet. Insbesondere müsse die Rentabilität von Investitionen in die Stromnetze durch entsprechende Netznutzungsentgelte sichergestellt werden.

  • Energieversorung

    Clement löst Task-Force-Netzzugang auf

    Überraschend hat Wirtschaftsminister Wolfgang Clement die "Task Force Netzzugang" aufgelöst. Ihre Aufgabe sei durch die Vorlage des Monitoring-Berichts über den Stand des Energiewettbewerbs erfüllt, heißt es aus dem Ministerium. Das stimmt allerdings nicht mit dem Aufgabenbereich der Arbeitsgruppe überein.

  • Hochspannungsleitung

    bne: Netzbetreiber verstoßen gegen Verbändevereinbarung

    Nach Informationen des Bundesverbands Neuer Energieanbieter haben die Betreiber von Stromleitungsnetzen in Deutschland angesichts des angekündigten Regulators für den Energiemarkt offenbar kein Interesse an der Umsetzung von Verbändevereinbarungen mehr. In einem konkreten Fall geht es um die Einschaltung einer Schiedsstelle.

Top