Verbindliche Vorgaben erhofft

bne begrüßt Verfahren gegen Gasnetzbetreiber

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter e.V. (bne) begrüßt die Einleitung des Missbrauchsverfahrens der Bundesnetzagentur gegen fünf Betreiber von L-Gas-Marktgebieten mit dem Ziel der Marktgebietszusammenlegung. Damit werde der aktuellen Lage aus Absagen und Verzögerungen der Netzbetreiber ein Ende gesetzt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Bereits 2007 wurde angekündigt, dass die Zahl der Gasmarktgebiete in Deutschland von noch 14 auf unter 10 sinken sollte, erinnert der bne. Dieses Zwischenziel wurde Anfang des Jahres als Veränderung für den 1. Oktober 2008 ausgegeben, jedoch haben auch nun verschiedene Netzbetreiber die angekündigten Zusammenlegungen ihrer Marktgebiete wieder ausgesetzt oder abgesagt.

Mit dem Missbrauchsverfahren werde der bisherige freiwillige Kurs "durch nun hoffentlich verbindliche Vorgaben für die Netzbetreiber" ersetzt, so der bne. Teilnehmer des Gasmarktes seien auf ein "diskriminierungsfreies Gasnetzzugangssystem mit höchsten zwei Marktgebieten angewiesen", sagte bne-Geschäftsführer Robert Busch. Die jetzige Marktgebietsaufteilung jedoch führe zu zusätzlichen Entgelten für die Wettbewerber und damit höheren Preisen für die Verbraucher.

Der Verband erhoffe sich von dem Missbrauchsverfahren mehr als nur eine Lösung des akuten Problems. "Vielmehr muss der damit eingeschlagene Kurs fortgesetzt werden und auch Vorgaben für die Schaffung eines Marktgebietes für H-Gas statt der immer noch sechs zum 01.10.2008 erarbeitet werden", meint Busch.

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