Sauberer Energieträger

BMW Group will Wasserstoff als "Kraftstoff der Zukunft" etablieren

Der Autohersteller hat dieser Tage seine "CleanEnergy World Tour 2002" gestartet, in deren Rahmen man den Einsatz von Wasserstoff in der Mobilitätsbranche forcieren will. Erste Station war London, da Großbritannien eine führende Rolle unter Wasserstoff-Produzenten in Europa einnehmen könne.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Autohersteller BMW hat dieser Tage seine "CleanEnergy World Tour 2002" gestartet. Die Tour "rund um den Wasserstoff" hat das Ziel, die Einführung von Wasserstoff als "Kraftstoff der Zukunft "voranzutreiben und Partnerschaften mit anderen Organisationen zur Unterstützung dieses Vorhabens zu gründen. Erstes Ziel der Tour war die britische Hauptstadt London.

"Wir sind mit unserem CleanEnergy-Projekt nach Großbritannien gekommen, weil dieses Land ein großes Potenzial für eine führende Rolle in der Wasserstoffgesellschaft hat", sagte Dr. Helmut Panke, der designierte Vorstandsvorsitzende der BMW Group, vor einem Publikum von Politikern, Industrieexperten und Wissenschaftlern im Science Museum London.

Seit die Royal Commission for Environmental Pollution eine 60-prozentige Reduzierung des Treibhausgases CO2 bis 2050 forderte, ist Wasserstoff zunehmend in den Blickpunkt der langfristigen Energieplanung in Großbritannien gelangt - nur mit dem sauberen Energieträger besteht die Chance, solche ambitionierten Ziele zu erreichen. Denn wenn flüssiger Wasserstoff für den Antrieb eines Verbrennungsmotors genutzt wird, entstehen keine CO2-Emissionen. Die Vision der BMW Group ist es, dass Wasserstoff, gewonnen aus Wasser und regenerativen Ressourcen - etwa Sonne, Wind und Wasser - erzeugt und durch ein Netzwerk von Wasserstoff-Tankstellen verfügbar gemacht wird.

Großbritannien hat das Potenzial, eine führende Rolle in der sich entwickelnden Wasserstoffwirtschaft zu spielen. Das Land verfügt über große Ressoucen an regenerativen Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft zur sauberen Erzeugung von Elektrizität, aus der durch Elektrolyse Wasserstoff aus Wasser gewonnen wird. Folgerichtig könnte damit Großbritannien zu einem der größten Wasserstoff-Produzenten in Europa werden.

Die BMW Group ist eigenen Angaben zufolge bereit, in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen für die Wasserstofftechnologie vorzunehmen. Notwendige Voraussetzung sei allerdings eine klare Entscheidung der Politik für den Wasserstoff mit verlässlichen Rahmenbedingungen. Außerdem müsse eine Infrastruktur für den Wasserstoff entwickelt werden.

Das Ende des Zeitalters für fossile Brennstoffe wird laut BMW Group nicht das Ende des Automobils bedeuten oder das Ende der Nachfrage von individueller Mobilität: Die BMW Group sei weltführend in der Planung und Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotoren. In wenigen Jahren werde man auf Basis der neuen 7er-Reihe ein Wasserstoffauto in Serie anbieten. Die BMW Group hat dazu einen "bivalenten" Motor entwickelt, der sowohl mit herkömmlichen Benzin als auch mit Wasserstoff läuft. Mit dem Einsatz eines solchen Motors kann der Kunde auch ohne voll ausgebautes Netzwerk an Wasserstoff-Tankstellen mit dem nachhaltigen Energieträger der Zukunft mobil sein und gegebenenfalls auch Benzin tanken.

"Aus diesem Grund bin ich überzeugt, dass unser bivalentes Konzept ein wichtiger Schlüssel zur Einführung der Wasserstoff-Infrastruktur sein wird", sagte Dr. Helmut Panke in London.

Das Energieunternehmen BP unterstützt die BMW CleanEnergy World Tour 2002 und engagiert sich in der Entwicklung von Wasserstoff als Kraftstoff. BP wird die erste Wasserstoff-Tankstelle in London 2003 in Betrieb nehmen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Auspuff

    Verbot für Diesel und Benziner: Welche Pläne gibt es?

    Das Ende für Diesel und Benziner: Erst jüngst wurde in Deutschland die Debatte neu entfacht, ob beide Fahrzeug-Typen bald nicht mehr zugelassen werden sollen. Wie sehen die Bestrebungen in anderen Ländern aus?

  • Industriebetrieb

    Deutlich geringerer Energieverbrauch bis 2040

    Der Energieverbrauch in Deutschland wird bis 2040 um rund ein Drittel sinken, schätzt der Energiekonzern ExxonMobil. Vor allem beim Kraftstoff und bei der Heizenergie werde der Verbrauch durch mehr Effizienz zurückgehen.

  • Stromnetz Ausbau

    Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Strom aus Windenergie

    Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern könnte 53 Prozent des jährlichen Strombedarfs aller Privathaushalte mit Ökostrom abdecken. Im vergangenen Jahr wurden dort 1,1 Milliarden Kilowattstunden aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse erzeugt. Dabei wurde 2001 mehr Strom aus Wind erzeugt als im gesamten Jahr 2000 aus erneuerbaren Energien insgesamt.

  • Stromtarife

    Erdgasfahrzeuge: Tanken zum halben Preis

    Im Rahmen der Messe "Automobil International" (AMI) präsentieren Automobilhersteller sowie mehrere ostdeutsche Gasversorger einen Gemeinschaftsstand, auf dem Erdgasfahrzeuge vorgestellt und Informationen eingeholt werden können.

  • Energieversorung

    Wesertal: Naturstrom-Aktion läuft noch bis 31. März

    An der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Wesertal-Netzgebiet hatte die Windkraft 2001 einen Anteil von 80,6 Prozent, die Wasserkraft 6,4 Prozent und die Biomasse 12,5 Prozent. Der Anteil an Strom aus Photovoltaik stieg von 0,2 auf 0,5 Prozent. Wer sich noch bis Ende März für den Naturstrom entscheidet, bekommt "Wechselgeld".

Top