Netznutzung

BMR-Service GmbH erwirkt einstweilige Verfügung gegen Stadtwerke Münster

Der Stromhändler BMR-Service GmbH hat im Streit mit den Stadtwerken Münster einen Teilerfolg erzielt. Um Strom zu den vorwiegend landwirtschaftlichen Kunden der BMR im Netzgebiet der Stadtwerke Münster zu liefern, wird das Netz der Stadtwerke benutzt. Die dafür veranschlagten Gebühren seien jedoch zu hoch, sagt die BMR. Die Stadtwerke sehen das anders.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Das Landgericht Dortmund hat in der vergangenen Woche per einstweiliger Verfügung der BMR-Service GmbH in einem aktuellen Streit mit den Stadtwerken Münster Recht gegeben. Die Parteien streiten darüber, ob die von den Stadtwerken verlangten Entgelte überhöht sind.

Die BMR-Service GmbH ist ein unabhängiger, bundesweiter Stromhändler und versorgt vor allem landwirtschaftliche Kunden mit Strom. Die Stadtwerke Münster verlangen von der BMR Entgelte für die Nutzung des Stromnetzes. Diese Entgelte hält die BMR-Service GmbH für überhöht und hat sie deshalb von vorneherein unter Vorbehalt gestellt und nur mit einer Kürzung um 30 Prozent bezahlt. Das wollten die Stadtwerke nicht mehr länger akzeptieren und untersagten der BMR-Service GmbH die Netznutzung ab November. Dagegen hat die BMR nun eine einstweilige Verfügung erwirkt. "Es ist nicht nachvollziehbar", so Mike Frank, Leiter des Geschäftsbereichs Strom bei der BMR Service GmbH, "wie die Stadtwerke zu ihren Preisvorstellungen kommen. Leider hat der Gesetzgeber bis heute keine klaren Vorgaben für die Höhe solcher Entgelte gemacht, deshalb müssen die freien Stromhändler ihr Recht vor Gericht suchen. Das ist aufwändig, aber wir sind hierzu bereit, nicht zuletzt im Interesse der Stromverbraucher."

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