Prozess

BMR: RWE versucht Klageverfahren zu verschleppen

Der Stromanbieter BMR-Service GmbH, der hauptsächlich Landwirte mit Strom versorgt, hat sich bereits im Februar dieses Jahres gerichtlich gegen die seiner Meinung nach überhöhten Netznutzungsentgelte von RWE gewehrt. Bisher konnte jedoch keine Einigung erzielt werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Bereits im Februar dieses Jahres hat die BMR-Service GmbH als freier Stromhändler Klage gegen die RWE Net AG erhoben. Die Klage richtete sich gegen die Netzentgelte, die RWE von freien Händlern verlangt, die im RWE-Gebiet Kunden mit Strom versorgen. Diese Netzentgelte sind nach Meinung von BMR überhöht. Wie BMR jetzt monierte, ist RWE diesem Verdacht bis heute nicht mit konkreten Zahlen entgegengetreten.

Auch in dem Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Dortmund halte sich RWE mit inhaltlichen Argumenten zurück. Statt dessen hat RWE beantragt, das Verfahren bis auf weiteres auszusetzen, weil das Gerichtsverfahren um die Kartellamtsentscheidung wegen zu hoher Messgebühren abgewartet werden soll.

Die BMR ist jedoch der Meinung, dass die beiden Verfahren in keinem sachlichen Zusammenhang stehen. "Unser Gerichtsverfahren gegen RWE läuft bereits mehr als ein halbes Jahr – und RWE spielt bisher nur auf Zeit", erläutert Christian Hagmann, Jurist bei BMR. "Offenbar bereitet eine inhaltliche Auseinandersetzung RWE ein gewisses Unbehagen."

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