Strenge Auflagen

Block 6 am Kohlekraftwerk Staudinger darf gebaut werden

Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt hat am Freitag den Ausbau des Steinkohlekraftwerks Staudinger in Groß-Krotzenburg bei Hanau unter Auflagen genehmigt. So müssen die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschritten werden, zudem müssen die alten Blöcke 1 bis 3 endgültig abgeschaltet werden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Darmstadt (ddp-hes/red) - Regierungspräsident Gerold Dieke (FDP) habe die über 200 Seiten umfassende landesplanerische Beurteilung unterzeichnet, teilte das RP mit. Der Kraftwerksbetreiber E.ON muss laut Auflagen die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschreiten und sein Emissionsversprechen einhalten. Demnach dürfe das Kraftwerk nach dem Ausbau nicht mehr Staub, Schwefel- und Stickstoffdioxid pro Jahr ausstoßen, als im Durchschnitt der Jahre 1996 bis 2006.

E.ON muss den Maßgaben des RP zufolge auch sicherstellen, dass mit der Inbetriebnahme des neuen Steinkohleblocks 6 die alten Blöcke 1 bis 3 endgültig abgeschaltet werden. Außerdem dürfe der Betreiber nur Steinkohle als Brennstoff einsetzen. Beim Bau des neuen Blocks müsse zudem sichergestellt werden, dass künftige Technologien zur CO2-Abscheidung nachgerüstet werden können. Auch die Möglichkeiten zur Fernwärmeauskopplung sollen "so weit wie möglich" ausgeschöpft werden, heißt es in der Beurteilung. Block 6 soll eine Leistung von 1100 Megawatt haben, mehr als die Blöcke 1 bis 3 zusammen.

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