Planänderung

BlackBerry: Kein Verkauf, aber Chef-Wechsel

Der kriselnde Smartphone-Pionier BlackBerry bleibt selbstständig: Ein Verkauf des kanadischen Unternehmens ist vom Tisch. Zugleich wird der deutsche Unternehmenschef Thorsten Heins BlackBerry verlassen.

BlackBerry

Montreal (AFP/dpa/red) - Statt des Verkaufs werde eine Gruppe von Investoren unter Führung des kanadischen Investmentfonds Fairfax Financial über eine Kapitalerhöhung eine Milliarde Dollar (741 Millionen Euro) in das Unternehmen stecken, wie BlackBerry am Montag mitteilte. Den Job von Heins übernimmt den Angaben zufolge übergangsweise John Chen.

BlackBerry steckt schon länger in Schwierigkeiten. Der einst bei Geschäftsleuten beliebte Handy-Hersteller hinkt den Marktführern Samsung und Apple weit hinterher und ist auf der Suche nach einem Weg aus der Krise.

BlackBerry wird vorerst nicht verkauft

Heins hatte dabei einen Verkauf nicht ausgeschlossen. Fairfax Financial, im Besitz von zehn Prozent der BlackBerry-Anteile, bot vor drei Monaten für den Rest des Unternehmens rund 4,7 Milliarden Dollar. Das Angebot lief diesen Montag aus. Nun stecken Fairfax und weitere Investoren also Geld in das Unternehmen. Der kanadische Investmentfonds trägt davon 250 Millionen Euro, also 25 Prozent.

Heins konnte Sinkflug nicht stoppen

Heins hatte im Januar 2012 die Führung von Blackberry übernommen. Trotz eines neuen Betriebssystems und neuer Smartphone-Modelle gelang es ihm nicht, den Sinkflug zu stoppen. Viele Kunden wanderten zu Apples iPhone, Android- oder Windows-Smartphones ab. Heins musste wiederholt Verluste verkünden und tausende Stellen streichen. In der aktuellen Runde sollen 40 Prozent der Belegschaft gehen.

Das Blackberry-Modell Z10, das zu Jahresbeginn die Wende zum Besseren einläuten sollte, erwies sich als teurer Ladenhüter und führte zu einer Abschreibung von fast einer Milliarde Dollar. Auch das neue Z30-Modell, das bessere Testnoten als das Z10 bekam, ist bislang kein Bestseller.

Quelle: AFP, DPA

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