Benachteiligt

BlackBerry fordert gesetzliche Regelung für Apps

Die meisten Apps gibt es für die Betriebssysteme Android und iOS. Vergleichsweise wenige Entwickler bemühen sich, auch andere Plattformen zu bedienen. BlackBerry-Chef Chen würde das am liebsten per Gesetz ändern.

Blackberry© Blackberry

Waterloo (dpa/red) - Der in Bedrängnis geratene Smartphone-Pionier BlackBerry will, dass App-Entwickler per Gesetz gezwungen werden, auch Betriebssysteme mit kleinen Marktanteilen zu unterstützen. Nutzer von BlackBerry-Geräten würden aktuell diskriminiert, erklärte Konzernchef John Chen in einem Blogeintrag am späten Mittwoch. Viele Apps seien aktuell nur für Apples iPhones und Googles Android-Geräte verfügbar. Das habe ein Zwei-Klassen-System geschaffen.

"Keine Diskriminierung auf Basis des Betriebssystems"

Bei den gesetzlichen Regelungen zur sogenannten Netzneutralität müsse App-Anbietern deshalb "verboten werden, auf Basis des Betriebssystems des Nutzern zu diskriminieren", forderte Chen. Er schrieb auch einen Brief an die zuständigen Ausschüsse im US-Kongress.

Viele vor allem kleinere App-Entwickler scheuen die Mühe, Plattformen mit kleinen Marktanteilen zu bedienen. Der Smartphone-Markt wird aktuell von Googles Android-System und Apples iOS beherrscht.

Zu wenig Apps - ein Wettbewerbsnachteil

Der BlackBerry-Chef spricht ein akutes Problem seiner Firma an: Das schmale App-Angebot gilt schon lange als große Schwäche kleinerer Smartphone-Plattformen. Es ist eine Art Teufelskreislauf: Kunden bleiben deswegen fern, und die niedrigen Nutzerzahlen schrecken die App-Entwickler ab.

BlackBerry war eine führende Kraft im Smartphone-Markt, bis sich mit dem iPhone Touchscreen-Geräte durchsetzen. Inzwischen schrumpfte der Marktanteil der kanadischen Firma unter ein Prozent. Um das dürftige App-Angebot aufzubessern, lässt BlackBerry bereits Android-Apps aus dem Download-Store von Amazon installieren.

App-Anpassung ist aufwändig

Android führt im Smartphone-Geschäft mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent. Die App-Anbieter beklagen sich allerdings über einen hohen Aufwand für die Anpassung an verschiedene Versionen des Betriebssystems sowie Bildschirmgrößen und Chips bei Geräten verschiedener Hersteller.

Das iOS-System von Apple iPhones hat zwar einen geringeren Marktanteil von etwa 15 Prozent, ist aber lukrativ für App-Entwickler. Zum einen gelten iPhone-Nutzer als spendierfreudiger. Zum anderen läuft auf den meisten Geräten die neueste iOS-Version und es gibt keinen Hardware-Wildwuchs, weil Apple der einzige Anbieter ist.

App-Flaute auch bei Windows Phone

Auch Microsofts Windows Phone leidet mit seinem Marktanteil bei gut drei Prozent unter einer App-Flaute. Das könnte sich bessern, wenn mit dem nächsten Betriebssystem Windows 10 die gleichen Anwendungen über PC, Tablet und Smartphone aus einem einheitlichen App-Store verfügbar sein sollen.

Quelle: DPA

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