Smartphone-Markt

BlackBerry-Chef: "Die Panik ist vorbei"

Der Chef des tief gestürzten Smartphone-Pioniers Blackberry sieht die Wende geschafft. Er veranschlagt allerdings noch weitere eineinhalb Jahre, bis wieder schwarze Zahlen geschrieben werden könnten. Mit einem neuen Zukauf macht BlackBerry zudem von sich reden.

BlackBerry

London/New York (dpa/red) - "Wir sind definitiv außer Gefahr", verkündete der seit Herbst amtierende John Chen in der "Financial Times". Vorsichtshalber würde er die Überlebenschancen zwar weiterhin mit 80 statt 100 Prozent angeben, sagte Chen in dem am Freitag veröffentlichten Interview. Aber: "Die Panik ist vorbei."

Sechs Quartale für schwarze Zahlen

Zugleich geht der Manager nach wie vor von einer langen Genesungszeit aus: Sechs Quartale für schwarze Zahlen und vielleicht sogar fünf Jahre, bis die neue Strategie für erfolgreich erklärt werden könne.

Back to the roots

BlackBerry hatte einst den Smartphone-Markt geprägt, verlor jedoch den Anschluss an Rivalen wie Samsung und Apple mit seinem iPhone. Der Marktanteil rutschte in den einstelligen Prozentbereich ab, hohe Verluste verstärkten Zweifel am Überleben des Konzerns. Chen versucht, das Ruder mit einem Fokus auf Firmenkunden herumzureißen. Zudem sollen neue Smartphone-Modelle mit klassischer Tastatur Kunden zurückgewinnen.

Update: BlackBerry kauft Secusmart

Der Düsseldorfer Verschlüsselungsspezialist Secusmart, dessen Technologie auch in Handys der Bundesregierung steckt, wird vom Smartphone-Pionier BlackBerry übernommen. Secusmart werde auch unter dem Dach von BlackBerry eine deutsche GmbH mit Sitz in Deutschland bleiben, sagte Secusmart-Geschäftsführer Hans-Christoph Quelle am Dienstag der dpa. Die Verbindung mit BlackBerry sei eine Chance, das internationale Geschäft auszubauen. Zudem bekomme Secusmart Zugang zu den Entwicklungs-Ressourcen von BlackBerry. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Secusmart ist ein Spezialist für Sprachverschlüsselung. Das Unternehmen rüstet seit vergangenem Jahr zusammen mit BlackBerry auch die Bundesregierung aus. Die als "Merkel-Phone" vorgestellten Geräte kommen von dem Smartphone-Hersteller aus Kanada, die Software darauf von den Düsseldorfern. Secusmart-Chef Quelle geht davon aus, dass sich daran auch mit einer kanadischen Secusmart-Mutter nichts ändern muss. Die Kryptokarten für die Verschlüsselung kommen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Auch die Deutsche Telekom versorgt deutsche Behörden mit abgesicherten Smartphones, sie nutzt als Basis Samsung-Geräte.

Quelle: DPA

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