Studie

Biosprit-Ziele könnten Autofahrer Milliarden kosten

Das EU-Ziel, bis 2020 mindestens zehn Prozent des Verkehrs mit erneuerbaren Energien anzutreiben, könnte deutsche Autofahrer sowie die Fahrer von Motorrädern und Lastwagen einer neuen Studie zufolge zwischen 1,37 und 2,15 Milliarden Euro pro Jahr mehr kosten. Die EU-Kommission ließ indes an der Studie kaum ein gutes Haar.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Brüssel (AFP/red) - Europaweit kämen auf diese Gruppe zehn bis 18 Milliarden Euro Mehrkosten zu, erklärten die Auftraggeber der Studie, die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen Action Aid und Friends of the Earth, am Donnerstag in Brüssel.

Biosprit könnte teurer werden

Auf Autofahrer in Deutschland kämen entsprechend pro Jahr Mehrkosten von rund 34 bis 54 Euro zu - also bis zu etwa einer Tankfüllung pro Jahr. Dabei werde angenommen, dass der Anteil der Biokraftstoffe von den heutigen 4,7 Prozent auf dann 8,8 Prozent steige, erklärten die Organisationen.

EU-weit werde der Liter Bioethanol 2020 voraussichtlich um 19 bis 41 Cent teurer als herkömmliches Benzin und der Liter Biodiesel voraussichtlich 35 bis 50 Cent teurer als normaler Diesel sein, hieß es in der Mitteilung. Diese Zahlen berücksichtigen noch keine möglichen Kostensteigerungen, die durch die Entwicklung neuer Motoren oder die Infrastruktur für die Versorgung mit Biokraftstoff entstehen.

Menschen würden in den Hunger getrieben

Action Aid und Friends of the Earth wiesen zugleich darauf hin, dass der Anbau der Pflanzen für die Kraftstoffe besonders in Entwicklungsländern wertvolle Anbauflächen für Nahrungsmittel belege; dadurch würden Millionen Menschen in den Hunger getrieben. Die CO2-Emission würden unter dem Strich nicht unbedingt gesenkt, wenn der gesamte Produktionsprozess der Kraftstoffe berücksichtigt werde, etwa die bei der Fermentierung der Pflanzen entstehenden Gase.

Die EU-Kommission kritisierte die Kernaussagen der Studie. Derzeit seien die meisten Arten erneuerbarer Energie teurer als herkömmliche Energien, teilte die Sprecherin von Energiekommissar Günther Oettinger mit. Es sei entscheidend, die Finanzierung des Sektors als Ausgabe anzusehen, "die sich künftig auszahlt".

Quelle: AFP

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