In diesem Jahr

Biogasanlagen sparen über 2,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid

Nach Prognosen des Fachverbandes Biogas wird der Umweltschutzeffekt von Biogas bis zum Jahr 2020 auf jährlich knapp 60 Millionen Tonnen steigen. Die Bedenken von Naturschützern, dieses Wachstum könne zu umweltschädigenden Monokulturen und einer Intensivierung der Landwirtschaft führen, teilte der Verband dabei nicht.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Freising (red) - Der Anbau von Pflanzen für die Produktion von Biogas wird nach Angaben des Fachverbandes Biogas e.V. (FVB) in diesem Jahr zu einer Reduktion der klimaschädigenden Kohlendioxidemissionen von 2,5 Millionen Tonnen führen. Daher begrüßte der Verband das von Bundesministerin Renate Künast in Auftrag gegebene Forschungsprogramm zur Optimierung des Anbaus alternativer Energiepflanzen.

Nach Prognosen der FVB steigt dieser Umweltschutzeffekt im Jahr 2020 auf jährlich knapp 60 Millionen Tonnen. Die in letzter Zeit aufkommenden Bedenken von Naturschützern, dieses Branchenwachstum könne zu umweltschädigenden Monokulturen und einer Intensivierung der Landwirtschaft führen, nimmt der Verband ernst, kann aber für den von ihm vertretenen Bereich Biogas Entwarnung geben. "Biogasanlagen sind weniger anspruchsvoll, was die eingesetzte Biomasse betrifft, als etwa der Nahrungs- und Futtermittelbereich. Sortenreinheit, bestimmte Detailqualitäten stehen da nicht so sehr im Vordergrund. Es muss zum Beispiel kein bestimmter Gesamt-Stärkegehalt, kein bestimmtes Gewichtsverhältnis Maiskolben zu Restpflanze erreicht werden. Dem Biogas-Betreiber kommt es vor allem auf einen hohen Gesamtertrag Biomasse vom Acker an. Das bedeutet, dass andere Sorten, andere Pflanzenarten in neuen Fruchtfolgen angebaut werden können", erläuterte FVB-Präsident Josef Pellmeyer.

Die Erforschung und Optimierung von geeigneten Energiepflanzen, Fruchtfolgen und Anbaumethoden sieht der Fachverband dennoch als wichtigen Baustein zu einem gesunden Branchenwachstum. Pellmeyer: "Das Landwirtschaftsministerium hat den Forschungsbedarf genau richtig erkannt. Genauso wie zahlreiche Naturschutzverbände begrüßen wir die Untersuchungen, wie z.B. durch Mischfruchtanbau die positiven Umwelteffekte der Biogas-Technologie nochmals gesteigert werden können." So soll unter anderem untersucht werden, wie auf einem Feld gemeinsam Sommergerste mit Lupinen oder Erbsen mit Leindotter angebaut und welche Energieerträge diese Mischungen liefern können.

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