Ökologisch und wirtschaftlich

Biogas: Der Landwirt als Stromversorger

Mais und andere Energiepflanzen gewinnen für die Stromerzeugung aus Biogas erheblich an Bedeutung. Werden sie der Gülle beigegeben, lässt sich deutlich mehr Biogas und letztlich auch Strom erzeugen. Das hat jetzt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) verdeutlicht.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Das System ist ganz einfach: In einer Biogasanlage werden Mist und Gülle zu Biogas vergoren, das dann in der Regel in einem Gasmotor in Strom umgewandelt wird. Über 2000 Biogasanlagen arbeiten in Deutschland bereits nach diesem Prinzip. Da sich mit der Beigabe anderer organischer Materialien der Biogasertrag steigern lässt, werden nicht nur Grüngut und landwirtschaftliche Reststoffe, sondern auch spezielle Energiepflanzen wie Mais, Gräser oder Futterrüben mit vergoren. Den Berechnungen der FNR zufolge reicht der Ertrag von einem Hektar herkömmlichem Mais aus, um soviel Biogas zu produzieren, dass fünf zwei bis drei-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden können.

Für die Verstromung von Energiepflanzen sprechen ökologische aber auch wirtschaftliche Gründe. Als Energiewirt kann der Landwirt die benötigte Rohstoffgrundlage nicht nur selbst erzeugen, sondern profitiert auch von den Rahmenbedingungen. Denn die geplanten agrarpolitischen Regelungen der EU ermöglichen auch weiterhin den Anbau von energetisch genutzter Biomasse auf Stilllegungsflächen ohne Verzicht auf die Prämie. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) setzt fest, wie viele Cent der Biogasanlagenbetreiber für jede Kilowattstunde bekommt, die er ins öffentliche Stromnetz einspeist.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Stromtarife

    EEG: Clement und Trittin einigen sich doch noch

    Nach monatelangen Streitigkeiten über die weitere Förderung erneuerbarer Energien haben sich Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Umweltminister Jürgen Trittin gestern doch noch über die anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes geeinigt. Nun soll die Förderung erneuerbarer Energien stärker ökonomischen Effizienzkriterien unterworfen werden.

  • Energieversorung

    Durch EEG: Pro Haushalt zehn Euro mehr

    Für das kommende Jahr rechnet die Bundesregierung mit Mehrkosten in Höhe von zehn Euro pro Haushalt durch das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG). Bei den Berechnungen wurden bereits die geplanten Änderungen berücksichtigt. Das Gesamtvolumen der Vergütungszahlen und ihre Auswirkungen auf den Strompreis könnte noch nicht beziffert werden.

  • Stromnetz Ausbau

    MVV Energie weiht Biomassekraftwerk in Brandenburg ein

    Der Holzbedarf des neuen Kraftwerks liegt bei jährlich 120 000 Tonnen. Dabei vermeidet die Anlage pro Jahr einen Ausstoß von 120 000 Tonnen Kohlendioxid bei einem Wirkungsgrad von über 35 Prozent. Im Kraftwerk sowie im Zulieferbereich schafft die Anlage im brandenburgischen Königs Wusterhausen knapp 60 neue Arbeitsplätze.

Top