Jahresprognose

Biogas 2005: Strom für drei Millionen Haushalte

Durch das im August letzten Jahres novellierte EEG wurde es erstmals möglich, Biogasanlagen mit nachwachsenden Rohstoffen, also Pflanzen aus Ackerbau und Grünlandbewirtschaftung, wirtschaftlich zu betreiben. Darin waren sich Umweltminister Trittin und der Fachverband Biogas in dieser Woche einig.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Freising (red) - Drei Millionen Haushalte werden in Deutschland bis Ende 2005 ihren gesamten Strombedarf aus Biogasanlagen decken können. Dies prognostizierte der Fachverband Biogas e.V. (FVB) in dieser Woche in Freising.

Ohne das Erneuerbare-Energien-Gesetz wäre dieser Erfolg allerdings nicht möglich gewesen, betonte Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas beim Besuch einer Biogasanlage in Eggertshofen bei Freising mit Umweltminister Jürgen Trittin. Die Biogasbranche brauche Kontinuität beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), damit das Wachstum der Stromerzeugung aus Biogas weiter fortgeführt werden könne, betonte Trittin dabei.

Dr. Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Fachverbands Biogas, hob den Erfolg des EEG hervor: "Ende des Jahres werden in Deutschland voraussichtlich 550 Megawatt elektrische Leistung aus Biogas installiert sein. Jedes Megawatt davon kann 2000 Durchschnittshaushalte rund um die Uhr verlässlich mit Strom versorgen - insgesamt werden dann rechnerisch über drei Millionen Haushalte ausschließlich Strom aus Biogasanlagen verwenden."

Trittin und Pellmeyer stellten klar, dass dieser Erfolg ohne das Engagement der Bundesregierung und die fachliche Arbeit insbesondere des Hauses Trittin in 2004 nicht möglich gewesen wäre. Erst mit der Erschließung der Energiepflanzen als Einsatzstoff habe Biogas zu einem wichtigen regionalen Wertschöpfer im Sektor Landwirtschaft werden können. Die Umsetzung der Vorschläge des Fachverbandes Biogas hätte nun zu den gewünschten positiven Effekten geführt.

"Die aktuelle Diskussion um den Nutzen des EEG ist durchsichtig. Nirgendwo auf der Welt gibt es ein auch nur annähernd so erfolgreiches Gesetz zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Andere Länder beneiden uns darum, dass durch diese Wertschöpfung in der Region alle Bürger am Nutzen erneuerbarer Energieproduktion teilhaben können. Und das für wenige Euro im Jahr, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz an den Stromkosten ausmacht. Dass die Energiewirtschaft, die dieses Geld bisher verdient hat, etwas dagegen hat, ist verständlich. Entscheidend wird für die Bürger sein, dass die Politik auch in Zukunft hinter dem EEG steht", erläuterte Pellmeyer abschließend.

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