In Betrieb genommen

Bioenergiepark Güstrow produziert ab Juni erstes Biomethan

Ungeachtet der drohenden Insolvenz ihres Bioenergieparks in Penkun (Uecker-Randow-Kreis) hat die Nawaro AG heute ihren Bioenergiepark bei Güstrow in Betrieb genommen. Die Anlage soll ab Juni 2009 Biomethan ins Gasnetz einspeisen, ab 2010 soll in vollem Betrieb jährlich 46 Millionen Kubikmeter Biogas produziert werden.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Güstrow (ddp-nrd/sm) - "Die vier Fermenter des ersten Moduls werden seit heute aufgeheizt", sagte der für den Bau und Betrieb der Anlagen zuständige Direktor der Nawaro Engineering GmbH, Eckhard Pratsch. Ziel sei es, planmäßig ab 1. Juni 2009 Biomethan in das ostdeutsche Erdgasnetz einzuspeisen. Einen entsprechenden Rahmenvertrag haben die Nawaro Bioenergiepark Güstrow GmbH und Verbundnetz Gas (VNG), Leipzig am 7. Januar dieses Jahres unterzeichnet.

Am Standort bei Güstrow baut die Nawaro AG seit 2008 einen etwa 100 Millionen Euro teuren Bioenergiepark, der mit 20 Fermentern genauso groß ist wie das Werk bei Penkun. Im Gegensatz zu Penkun soll jedoch keine Verstromung des Biogases erfolgen, die sich nach der Novellierung des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) zum 1. Januar 2009 für solche großen Anlagen nicht mehr rechnen würde. Die Güstrower Anlage soll bei vollem Betrieb ab 2010 stattdessen jährlich 46 Millionen Kubikmeter gereinigtes Biogas ins Erdgasfernleitungsnetz einspeisen.

Bezüglich des Bioenergieparks Penkun hofft Pratsch noch immer auf eine politische Entscheidung, die der Nawaro AG Bestandsschutz gewährt. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Politik in Kauf nehmen würde, dass ein Kohlendioxid-neutrales 20-MW-Kraftwerk wieder vom Netz genommen wird, sagte Pratsch. Damit würde die Umweltpolitik der Bundesregierung an Glaubwürdigkeit verlieren. Gleichzeitig dementierte Pratsch eine Einstellung der Produktion in Penkun. Das Werk werde bis zur Entscheidung der Klage gegen die Bundesregierung weiter arbeiten.

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