Bilanz der BUND-"Energiespartour": Haushalte unterschätzen Stromsparpotenzial

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
"Die Mehrzahl der deutschen Haushalte unterschätzt die großen Möglichkeiten durch Stromsparen ihre Energiekosten zu senken". - Dieses Fazit zieht Rüdiger Rosenthal, Sprecher des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), nach einer dreiwöchigen Energiespar-Tour durch sieben Bundesländer. Rosenthal: "Strom ist farblos. Wäre er rot und wir könnten sehen, wie er überall sinnlos aus den Geräten sickert, würden wir bald in einem Roten Meer waten. Deshalb ist Strom sparen besser als der Wechsel zu Atomstromanbietern". Tarifsenkungen verschiedener Stromanbieter führten zur Zeit zu Kostenersparnissen von etwa 50 bis 250 Mark pro Haushalt und Jahr. Durch Verzicht auf Leerlauf und Standby ließe sich mehr als doppelt so viel einsparen.



Der BUND hat in den vergangenen Tagen in zehn Städten rund 5000 Menschen über die Energieverschwendung durch Leerlauf und Standby informiert. Die meisten Personen hätten sich überrascht vom Ausmaß der Stromvergeudung gezeigt und die Einsparmöglichkeiten unterschätzt. Um 150 bis 450 Mark lasse sich die jährliche Stromrechnung pro Haushalt verringern, wenn man auf den unnötigen Leerlauf von Elektrogeräten verzichte. "Auf diese Weise lassen sich zwei Atomkraftwerke wegsparen. Die technischen Voraussetzungen dafür sind vorhanden", sagte Rosenthal.



Leerlauf-Verluste und Stand-by-Schaltungen vergeudeten mehr als jede zehnte Kilowattstunde Strom. Pro Jahr seien es über 20 Milliarden Kilowattstunden. Damit seien Stand-by-Schaltungen für die Emission von 14 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid verantwortlich - rund zwei Prozent der Gesamtemissionen in Deutschland. Die Erwärmung der Erdatmosphäre durch Klimagase führe zu häufigeren Überschwemmungen und Orkanen, zur Wüstenausbreitung und zum Korallensterben.



Auf zentralen Plätzen in Stralsund, Berlin, Oldenburg, Köln, Münster, Düsseldorf, Stuttgart, Ulm, Leipzig und Halle informierte der BUND auf seiner "Energiespar-Tour 99" im Inneren des "größten begehbaren Schukosteckers der Welt" über Stromsparpotenziale in Haushalten und Büros. Rüdiger Rosenthal: "Stromsparen für den Atomausstieg - Die Umwelt braucht Ökostrom. Unter dieses Motto hatte der BUND die Stromspartour gestellt. Der Ausstieg aus der gefährlichen und umweltbelastenden Atomenergie funktioniert nur, wenn so viel Strom wie möglich eingespart und gleichzeitig erneuerbare Energien intensiver ausgebaut werden."



Der BUND fordert die Elektroindustrie auf, ihre Produkte generell mit Abschaltautomatik auszustatten und die Verbrauchswerte von Stand-by-Schaltungen kenntlich zu machen. Nur so könnten sich die Kunden in den Elektrogeschäften für Geräte mit geringem Stromverbrauch entscheiden.

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